Einwanderungspolitik der USA im Wahlkampf - wichtige Begriffe kurz erklärt
Themenschwerpunkt: Einwanderung
Einwanderung bleibt ein zentrales Wahlkampfthema
Mit Ausblick auf das Wahljahr 2020 lässt sich schon jetzt feststellen, und die Wahlkampfauftritte der Demokraten und des US-Präsidenten lassen dies ebenfalls vermuten, dass die Einwanderungspolitik im Wahlkampf erneut einen hohen Stellenwert einnehmen wird.
Viele Wahlkampfthemen werden auch heute schon durch einige Kandidaten auch in spanischer Sprache aufbereitet. Bei den TV-Debatten der Demokraten haben z. B. Beto O'Rourke oder Cory Booker stellenweise Aussagen in spanischer Sprache getroffen.
Die Bedeutung der Hispanics für Wahlen ist hoch und wird noch steigen.
Die Unterstützung der Demokraten kann auch thematisch begründet werden. Denn mehrheitlich setzen sich die Demokraten für eine Reform des Einwanderungsgesetzes ein, was insbesondere auch eine Amnestie für die illegal in den USA aufhältigen Lateinamerikaner beinhaltet.
Die Anhänger der Republikaner lehnen im Grundsatz eine liberalere Einwanderungspolitik ab. Die Voraussetzungen für einen Wählerzuspruch bei den Einwanderern sind für die Republikaner also etwas schwieriger.
Diese Zahl dürfte den amtierenden Präsidenten und dessen Partei darin bestärken, weiter auf das Thema Migration und Grenzsicherung zu setzen. Offenbar ist es ihnen gelungen, ihre Positionen gegen eine liberalere Einwanderungspolitik, besser in Wählerstimmen umzusetzen.
Diese erfolgreichere Polarisierung lässt sich auch an den Zahlen zur Frage ablesen, ob illegal in den USA lebende und arbeitende Menschen eine bessere Möglichkeit gegeben werden soll, einen legalen Aufenthaltsstatus zu erhalten. 70 % der Befragten waren 2016 dafür, 25 % sprachen sich für eine Abschiebung in deren Heimatländer aus. Von den 70 % Befürwortern haben allerdings nur 61 % für Clinton und 33 % für Trump gestimmt. Dagegen haben von den 25 % Abschiebungsbefürwortern rund 83 % für Trump und nur 14 % für Clinton gestimmt.
Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl 2020 und nach den Vorwahlen lohnt sich auf jeden Fall ein genauer Blick auf die detaillierten Umfragen zu den politischen Fragen rund um das Thema Einwanderungspolitik.
Begriffe zur Migrationspolitik - Trumps Einwanderungspolitik
Präsident Trump hatte per Executive Order das Ende der von Obama ermöglichten Regelung erwirkt. Trump ist der Auffassung, dass Obama DACA nicht hätte per Dekret erlassen dürfen. Dagegen wurde geklagt und der Supreme Court wird sich in den kommenden Monaten mit diesem Thema befassen. Der US-Präsident hatte bereits bei seiner Einführungsrede angekündigt, die vorgenannte Regelung aufzuheben und forderte den Kongress auf, binnen sechs Monaten eine bundesgesetzliche Regelung für die bisherigen DREAMer zu schaffen. Bislang konnte sich der Kongress jedoch nicht auf eine einheitliche Lösung einigen. Damit steht Trumps Entscheidung als vorerst letzte Handlung zu diesem Thema derzeit vor dem Supreme Court zur Diskussion.
Trumps verschärfte Asylpolitik
In diesem Zusammenhang wird häufig über die Zustände an der US-Grenze zu Mexiko diskutiert. Besonders die Trennung von Kindern und Eltern sowie die Inhaftierung Minderjähriger sorgte für hitzige Diskussion in den USA.
Donald Trump hat im Vergleich zu seinem Vorgänger Obama die jährliche Obergrenze zur Aufnahme von Flüchtlingen stark reduziert. Unter Obama konnten jährlich bis zu 110.000 Flüchtlinge in den USA aufgenommen werden. Trump hat diese Grenze auf 30.000 gesenkt.
Positionen der demokratischen Präsidentschaftsbewerber
Hinsichtlich der Vorwahlen 2020 bei den Demokraten kann festgestellt werden, dass sich grundsätzlich alle Kandidatinnen und Kandidaten dafür einsetzen, illegalen Einwanderern und insbesondere denen, die als Minderjährige in die USA kamen, die US-amerikanische Staatsbürgerschaft zu ermöglichen.
Einigkeit besteht auch darin, dass insbesondere mit Blick auf Zentralamerika mehr Geld für die Bekämpfung von Fluchtursachen bereitgestellt werden soll, auch um die Anzahl der Flüchtlinge in Richtung der USA zu reduzieren.
Die Demokraten befürworten zudem eine deutliche Erhöhung der maximalen Anzahl aufzunehmender Flüchtlinge pro Jahr. Die meisten befürworten eine Rückkehr zur Grenze von 110.000, wie sie unter Obama im Jahr 2017 eingeführt bzw. angehoben wurde.
Soweit bekannt lehnen alle Demokraten die von Trump favorisierte Grenzmauer zu Mexiko in der geplanten Form ab. Dennoch wird zum Teil eine Stärkung der Grenzsicherung auch mithilfe physischer Barrieren in Erwägung gezogen, sofern dies sachlich erforderlich ist. Der Grundtenor der Demokraten ist jedoch, dass das bestehende Grenzsicherungssystem durch andere Mittel und auf verschiedene Weisen zu optimieren sei. Dies könnte durch mehr Personal und den Einsatz moderner Technologien zu erreichen sein.
Section 1325 wesentlicher Streitpunkt bei den Demokraten
Ein Streitpunkt der Demokraten beim Thema Einwanderung war jedoch in den bisherigen TV-Debatten auch zu erkennen. Uneinigkeit besteht bei der Frage, wie mit illegalen Einwanderern umgegangen werden soll, die bei Grenzübertritt festgenommen werden. Hierbei ist in den Diskussionen immer wieder von der Section 1325 zu hören.
Dabei geht es im Kern um die Frage, ob Einwanderer, die an anderen als den regulären staatlichen Stellen über die Grenze in die USA kommen, weiter als Kriminelle behandelt werden sollen oder lediglich ein zivilrechtliches Vergehen begehen. Auch das Vorspiegeln falscher Tatsachen bei der Einreise fällt unter diese Regelung. Die Section 1325 ermöglicht es, die betroffenen Personen beim Erstverstoß bis zu 6 Monate, beim Zweitverstoß bis zu 2 Jahre zu inhaftieren.
Joe Biden und Beto O'Rourke sind die prominentesten Befürworter einer Beibehaltung der Section 1325. Während O'Rourke insbesondere auf Erfolge im Kampf gegen den Menschen- und Drogenhandel verweist, bleibt Biden etwas allgemeiner. Er erwarte, dass sich alle Einwanderer "anstellen" müssten, wenn sie in die USA wollten. Für Asylsuchende würde er jedoch Lockerungen in Erwägung ziehen, so dass sie in jedem Fall ihre Ansprüche geltend machen könnten.
Die meisten anderen Bewerber der Demokraten, die auch an den letzten TV-Debatten teilgenommen haben, wie Elizabeth Warren, Bernie Sanders, Pete Buttigieg, Kamala Harris, Andrew Yang, Julian Castro und Cory Booker, setzen dagegen auf eine Entkriminalisierung jener Einwanderer. Kriminelle Strukturen, wie organisierter Betrug bei der Einwanderung, Menschen- und Drogenhandel usw. könnten auch mit den bestehenden Gesetzen effektiv bekämpft werden, während der bloße illegale Grenzübertritt als ziviles Vergehen geahndet werden könne.
Kommentare