Midterms 2026

Aktuelle Einordnung

Fortlaufend aktualisierter Überblick zur politischen Ausgangslage und zu den Mehrheitschancen bei den Kongresswahlen 2026.

Stand:
Senat100 Sitze · Mehrheit ab 51
Zur Prognose →
D Offen R
DemokratenMehrheitRepublikaner
Repräsentantenhaus435 Sitze · Mehrheit ab 218
Zur Prognose →
D Offen R
DemokratenMehrheitRepublikaner
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US-Senatswahl 2026

Prognose und Mehrheitsrechner

Welche Senatsrennen entscheiden die Mehrheit bei den Midterms 2026? Die US-Wahl.de-Prognose zeigt die Ausgangslage im US-Senat, die besonders umkämpften Sitze und welche Wege Demokraten und Republikaner zur Mehrheit von 51 Sitzen führen.

Von der Ausgangslage zur Prognose

Schritt für Schritt wird sichtbar, welche Senatsrennen 2026 für die Mehrheitsverhältnisse entscheidend werden.

Demokraten / Unabhängige Republikaner
AusgangslageAktueller Senat
Wahl 202635 Sitze werden neu gewählt
Prognose Teil 1Als sicher geltende Sitze werden eingerechnet
Prognose Teil 2Tendenzen werden eingerechnet
Mehrheit im Senat 51 von 100 Sitzen
Mehrheitsoption Republikaner bei 50:50-Patt Mehr dazu 50 Sitze + Vizepräsident

Mehrheitsrechner

Demokraten
Noch offen
Republikaner

Umkämpfte Senatsrennen

Senatsrennen 2026 im Überblick

Senatsrennen, die nach Einrechnung der sicheren Sitze verbleiben.

Zu den Umfragen →
Amtsinhaber
Weitere Sitze – derzeit sicher
Daten werden geladen …
US-Kongress · Wahlsystem und Aufgaben

Wahl & Aufgaben des Senats

Was unterscheidet den US-Senat vom Repräsentantenhaus? Der US-Kongress besteht aus zwei Kammern, die gemeinsam Gesetze beschließen, sich aber bei Wahl, Zusammensetzung und besonderen Befugnissen deutlich unterscheiden. Im Senat sind die Bundesstaaten gleichberechtigt vertreten: Jeder Staat stellt unabhängig von seiner Bevölkerungszahl zwei Senatoren. Hinzu kommen besondere Aufgaben, die ausschließlich oder vor allem dem Senat zukommen.

100Sitze
2je Bundesstaat
6Jahre Amtszeit
≈ ⅓alle 2 Jahre zur Wahl
Zweikammersystem

Der Kongress auf einen Blick

Senat und Repräsentantenhaus bilden gemeinsam die Legislative der Vereinigten Staaten. Ein Bundesgesetz benötigt grundsätzlich die Zustimmung beider Kammern zum gleichen Wortlaut.

Merkmal Senat Repräsentantenhaus
Zusammensetzung 100 Sitze 435 stimmberechtigte Sitze
Vertretungsprinzip Zwei Sitze je Bundesstaat Sitze nach Bevölkerungszahl, gewählt in Congressional Districts
Amtszeit 6 Jahre 2 Jahre
Wahlrhythmus Alle 2 Jahre ungefähr ein Drittel der Sitze Alle 2 Jahre alle 435 Sitze
Reguläre Mehrheit 51 Sitze; bei 50:50 kann der Vizepräsident entscheiden 218 Sitze
Besondere Kompetenzen Bestätigungen, Verträge, Impeachment-Verfahren als Gericht Revenue Bills müssen hier beginnen; Einleitung von Impeachments
Wahlsystem

So wird der Senat gewählt

Anders als beim Repräsentantenhaus gibt es für Senatswahlen keine Congressional Districts. Jeder zur Wahl stehende Sitz wird im gesamten Bundesstaat vergeben.

1

Bundesstaatenweite Direktwahl

Seit dem 17. Verfassungszusatz werden Senatoren direkt von den Wählerinnen und Wählern ihres Bundesstaats gewählt. Die konkrete Wahlregel – etwa ob eine Stichwahl möglich ist – richtet sich nach dem jeweiligen Bundesstaat.

2

Drei Klassen

Die 100 Sitze sind in drei Klassen aufgeteilt. Dadurch wird alle zwei Jahre nur ungefähr ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Kammer wird also niemals regulär vollständig neu gewählt.

3

Sechs Jahre Amtszeit

Die längere Amtszeit soll Kontinuität schaffen. Für eine Senatsmehrheit ist deshalb nicht nur die politische Stimmung wichtig, sondern auch, welche Sitze im jeweiligen Wahljahr überhaupt zur Wahl stehen.

Voraussetzungen für Kandidierende
30 JahreMindestalter
9 Jahremindestens US-Staatsbürger
Wohnsitzim vertretenen Bundesstaat zum Zeitpunkt der Wahl
119. Kongress · Stand –

Aktuelle Führung des US-Senats

Die aktuellen Mehrheitsverhältnisse werden geladen. Neben den Fraktionsführungen gibt es zwei verfassungsrechtlich vorgesehene Vorsitzfunktionen: den Vizepräsidenten als Präsidenten des Senats und den President pro tempore.

Republikaner Demokraten Unabhängige
Präsident des Senats

Verfassungsmäßiger Präsident des Senats. Stimmt grundsätzlich nur bei einem Gleichstand mit ab und kann dann die entscheidende Stimme abgeben.

President pro tempore

Vertritt den Vizepräsidenten als Vorsitzenden des Senats. Das Amt wird traditionell vom dienstältesten Senator der Mehrheitspartei ausgeübt.

Mehrheitsführer

Führt die Mehrheitsfraktion und prägt gemeinsam mit ihr die Tagesordnung und den Ablauf der Senatsarbeit.

Majority Whip

Unterstützt den Mehrheitsführer, organisiert Mehrheiten und behält bei wichtigen Abstimmungen die Stimmenlage innerhalb der Fraktion im Blick.

Minderheitsführer

Führt die Minderheitsfraktion, koordiniert ihre politische Strategie und vertritt sie in den Verhandlungen mit der Mehrheit.

Democratic Whip

Unterstützt die Minderheitsführung und koordiniert die Stimmen innerhalb der Fraktion.

Verfassungsrolle

Die wichtigsten Aufgaben des Senats

Neben der normalen Gesetzgebung besitzt der Senat mehrere Befugnisse, die das Repräsentantenhaus nicht hat.

Gesetzgebung

Der Senat berät und beschließt Bundesgesetze. Damit ein Gesetz zum Präsidenten gelangt, müssen Senat und Repräsentantenhaus grundsätzlich denselben Text verabschieden.

„Advice and Consent“

Viele wichtige Ernennungen des Präsidenten benötigen die Zustimmung des Senats – darunter Kabinettsmitglieder, Botschafter und Bundesrichter bis hin zum Supreme Court.

Internationale Verträge

Bei Verträgen besitzt der Senat eine besondere außenpolitische Rolle. Für die Zustimmung zu einer Ratifikation ist eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Senatoren erforderlich.

Impeachment

Das Repräsentantenhaus erhebt die Anklage. Der Senat führt anschließend das Verfahren durch. Für eine Verurteilung und Amtsenthebung ist eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Senatoren erforderlich.

Kontrolle & Untersuchungen

Ausschüsse überwachen Bundesbehörden, führen Anhörungen und Untersuchungen durch und prüfen, wie Gesetze und öffentliche Mittel von der Exekutive umgesetzt werden.

Electoral College: Wahl des Vizepräsidenten

Erreicht kein Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten die Mehrheit der Electoral Votes, wählt der Senat aus den beiden stimmenstärksten Kandidaten. Jeder Senator hat eine Stimme; erforderlich ist eine Mehrheit des gesamten Senats. Den Präsidenten wählt in diesem Sonderfall dagegen das Repräsentantenhaus.

Gesetzgebungsverfahren

Wie Repräsentantenhaus und Senat zu einem gemeinsamen Gesetz kommen

Beide Kammern können viele Gesetzesvorlagen auf den Weg bringen. Revenue Bills müssen jedoch im Repräsentantenhaus beginnen; der Senat kann sie anschließend ändern.

1EinbringungEine Vorlage wird in einer der beiden Kammern eingebracht.
2AusschussFachausschüsse prüfen, beraten und verändern den Entwurf.
3Erste KammerRepräsentantenhaus oder Senat stimmt über die Vorlage ab.
4Zweite KammerAuch die andere Kammer berät und beschließt ihre Fassung.
5Gleicher WortlautUnterschiede müssen beseitigt werden, bevor beide Kammern endgültig zustimmen.
6PräsidentDanach folgt Unterschrift oder Veto. Ein Veto kann mit Zweidrittelmehrheiten in beiden Kammern überstimmt werden.
Wenn Repräsentantenhaus und Senat unterschiedliche Fassungen beschließen

Das Conference Committee

Ein Conference Committee ist ein zeitlich begrenzter gemeinsamer Vermittlungsausschuss aus Mitgliedern beider Kammern. Er kann eingesetzt werden, um Unterschiede zwischen einer vom Repräsentantenhaus und einer vom Senat verabschiedeten Fassung auszugleichen – besonders bei umfangreichen oder umstrittenen Vorlagen. Das Ergebnis ist ein Conference Report. Dieser Kompromisstext muss anschließend vom Repräsentantenhaus und vom Senat angenommen werden. Ein Conference Committee ist dabei ein mögliches, aber nicht zwingendes Verfahren; Differenzen können auch auf anderem parlamentarischem Weg bereinigt werden.

Kongress & Präsident

State of the Union und das Verhältnis zur Exekutive

Der Präsident ist kein Mitglied des Kongresses und nimmt nicht an dessen gewöhnlicher parlamentarischer Arbeit teil. Dennoch treffen Legislative und Exekutive an wichtigen Stellen unmittelbar aufeinander.

Checks and Balances

Unterschrift und Veto

Nach Zustimmung beider Kammern gelangt ein Gesetz grundsätzlich zum Präsidenten. Unterzeichnet er es, wird es Gesetz. Legt er sein Veto ein, können Repräsentantenhaus und Senat dieses mit jeweils einer Zweidrittelmehrheit überstimmen.

Wichtig zum Verständnis

Drei Besonderheiten des Senats

Diese Punkte erklären, warum eine rechnerische Mehrheit im Senat nicht automatisch bedeutet, dass jede politische Entscheidung mit 51 Stimmen getroffen werden kann.

60

Filibuster & Cloture

Filibuster: Eine Minderheit kann verhindern, dass die Debatte endet – und damit eine Schlussabstimmung blockieren. Cloture: So heißt der formale Beschluss, diese Debatte zu beenden. Bei normaler Gesetzgebung sind dafür in der Regel 60 Stimmen nötig. Deshalb reicht eine knappe Mehrheit im Senat oft nicht aus, um große Vorhaben allein durchzubringen. Für viele Nominierungen gelten heute andere Regeln; dort genügt meist eine einfache Mehrheit.

Ausschüsse

Ein großer Teil der eigentlichen Arbeit findet in den Ausschüssen statt. Dort werden Gesetzesvorlagen vorbereitet, Anhörungen durchgeführt, Regierungsarbeit kontrolliert und viele Nominierungen zunächst geprüft.

50:50

Der Vizepräsident als Tie-Breaker

Der Vizepräsident gehört nicht zu den 100 Senatoren, ist aber Präsident des Senats. Bei Stimmengleichheit kann er eine entscheidende Stimme abgeben. Deshalb kann selbst ein 50:50-Senat politisch eine Mehrheitsseite haben.

Midterms 2026

Warum die Senatswahl für die politische Macht in Washington entscheidend ist

Weil nur ein Teil der Sitze neu gewählt wird und der Senat zugleich Gesetzgebung, Ernennungen und Kontrolle der Exekutive prägt, kann bereits eine kleine Zahl umkämpfter Rennen weitreichende Folgen haben. Welche Sitze 2026 tatsächlich entscheidend sind, zeigt die aktuelle US-Wahl.de-Prognose.

US-Kongress · Wahlsystem und Aufgaben

Wahl & Aufgaben des Repräsentantenhauses

Was unterscheidet das US-Repräsentantenhaus vom Senat? Der US-Kongress besteht aus zwei Kammern, die gemeinsam Gesetze beschließen, sich aber bei Wahl, Zusammensetzung und besonderen Befugnissen deutlich unterscheiden. Im Repräsentantenhaus richtet sich die Zahl der Sitze eines Bundesstaates nach seiner Bevölkerungszahl. Die 435 stimmberechtigten Abgeordneten vertreten einzelne Congressional Districts und stellen sich alle zwei Jahre vollständig zur Wahl.

435Sitze
1Sitz je District
2Jahre Amtszeit
435alle 2 Jahre zur Wahl
Zweikammersystem

Der Kongress auf einen Blick

Repräsentantenhaus und Senat bilden gemeinsam die Legislative der Vereinigten Staaten. Ein Bundesgesetz benötigt grundsätzlich die Zustimmung beider Kammern zum gleichen Wortlaut.

Merkmal Repräsentantenhaus Senat
Zusammensetzung 435 stimmberechtigte Sitze 100 Sitze
Vertretungsprinzip Sitze nach Bevölkerungszahl, gewählt in Congressional Districts Zwei Sitze je Bundesstaat
Amtszeit 2 Jahre 6 Jahre
Wahlrhythmus Alle 2 Jahre alle 435 Sitze Alle 2 Jahre ungefähr ein Drittel der Sitze
Sitzmehrheit 218 von 435 Sitzen 51 Sitze; bei 50:50 kann der Vizepräsident entscheiden
Besondere Kompetenzen Revenue Bills beginnen hier; Einleitung von Impeachments; Präsidentenwahl im Sonderfall Bestätigungen, Verträge, Impeachment-Verfahren als Gericht
Wahlsystem

So wird das Repräsentantenhaus gewählt

Die Wahl zum Repräsentantenhaus findet nicht bundesstaatenweit statt. Entscheidend sind die einzelnen Congressional Districts, aus denen jeweils genau ein Mitglied hervorgeht.

1

Wahl im Congressional District

Jeder Congressional District vergibt genau einen Sitz. Gewählt wird durch die Wahlberechtigten dieses Districts. Bundesstaaten mit nur einem Sitz bilden einen einzigen bundesstaatenweiten At-Large-District; die konkreten Wahlregeln können sich zwischen den Bundesstaaten unterscheiden.

2

Alle 435 Sitze alle zwei Jahre

Anders als im Senat steht bei jeder regulären Kongresswahl das gesamte Repräsentantenhaus zur Wahl. Dadurch kann sich die politische Mehrheit innerhalb eines einzigen Wahlzyklus vollständig verändern.

3

Apportionment & Redistricting

Nach jeder zehnjährlichen Volkszählung werden die 435 Sitze anhand der Bevölkerungszahlen neu auf die Bundesstaaten verteilt. Staaten mit mehreren Sitzen ziehen anschließend ihre Congressional Districts neu oder passen deren Grenzen an.

Voraussetzungen für Kandidierende
25 JahreMindestalter
7 Jahremindestens US-Staatsbürger
Wohnsitzim vertretenen Bundesstaat zum Zeitpunkt der Wahl
119. Kongress · Stand –

Aktuelle Führung des US-Repräsentantenhauses

Der Speaker ist der institutionelle Vorsitzende des Repräsentantenhauses. Daneben organisieren Majority Leader, Minority Leader und die Whips die parlamentarische Arbeit ihrer Parteien.

Republikaner Demokraten Unabhängiger vakant
Speaker of the House

Wird vom gesamten Repräsentantenhaus gewählt und verbindet institutionelle, administrative und politische Führungsaufgaben. Der Speaker leitet die Kammer und prägt maßgeblich ihre Arbeitsorganisation.

Majority Leader

Führt die Mehrheitsfraktion auf dem House Floor und wirkt zentral an der Planung der Gesetzgebungsagenda und des Sitzungsablaufs mit.

Majority Whip

Unterstützt die Mehrheitsführung, organisiert Stimmen und koordiniert die Fraktion bei wichtigen Abstimmungen.

Minority Leader

Führt die Minderheitsfraktion, vertritt sie auf dem House Floor und koordiniert ihre politische und parlamentarische Strategie.

Minority Whip

Unterstützt die Minderheitsführung und organisiert die Stimmenlage innerhalb der Fraktion vor wichtigen Entscheidungen.

Verfassungsrolle

Die wichtigsten Aufgaben des Repräsentantenhauses

Das Repräsentantenhaus wirkt an der gesamten Bundesgesetzgebung mit. Daneben besitzt es einige besondere Verfassungsbefugnisse und vertritt die Bevölkerung unmittelbar über die Congressional Districts.

Gesetzgebung

Das Repräsentantenhaus berät und beschließt Bundesgesetze. Damit ein Gesetz zum Präsidenten gelangt, müssen Repräsentantenhaus und Senat grundsätzlich denselben Text verabschieden.

Revenue Bills

Gesetzentwürfe zur Erhebung von Einnahmen müssen nach der Verfassung im Repräsentantenhaus beginnen. Der Senat kann solche Vorlagen anschließend beraten und Änderungen vorschlagen.

Impeachment

Nur das Repräsentantenhaus kann auf Bundesebene ein Impeachment einleiten und die Anklage beschließen. Wird ein Amtsträger impeached, findet das eigentliche Verfahren anschließend im Senat statt.

Kontrolle & Untersuchungen

Ausschüsse kontrollieren Bundesbehörden, führen Anhörungen und Untersuchungen durch und prüfen, wie Gesetze und öffentliche Mittel von der Exekutive umgesetzt werden.

Electoral College: Wahl des Präsidenten

Erreicht kein Präsidentschaftskandidat die erforderliche Mehrheit der Electoral Votes, wählt das Repräsentantenhaus aus den drei stimmenstärksten Kandidaten. Dabei stimmt nicht jedes Mitglied einzeln: Jede Bundesstaatsdelegation hat genau eine Stimme. Für die Wahl sind derzeit 26 Bundesstaaten erforderlich.

Vertretung der Congressional Districts

Jedes Mitglied vertritt die Bevölkerung eines bestimmten Districts. Die kurze Amtszeit von zwei Jahren und die vollständige Neuwahl sollen das Repräsentantenhaus besonders eng an die Wählerinnen und Wähler binden.

Gesetzgebungsverfahren

Wie Repräsentantenhaus und Senat zu einem gemeinsamen Gesetz kommen

Beide Kammern können viele Gesetzesvorlagen auf den Weg bringen. Revenue Bills müssen jedoch im Repräsentantenhaus beginnen; der Senat kann sie anschließend ändern.

1EinbringungEine Vorlage wird in einer der beiden Kammern eingebracht.
2AusschussFachausschüsse prüfen, beraten und verändern den Entwurf.
3Erste KammerRepräsentantenhaus oder Senat stimmt über die Vorlage ab.
4Zweite KammerAuch die andere Kammer berät und beschließt ihre Fassung.
5Gleicher WortlautUnterschiede müssen beseitigt werden, bevor beide Kammern endgültig zustimmen.
6PräsidentDanach folgt Unterschrift oder Veto. Ein Veto kann mit Zweidrittelmehrheiten in beiden Kammern überstimmt werden.
Wenn Repräsentantenhaus und Senat unterschiedliche Fassungen beschließen

Das Conference Committee

Ein Conference Committee ist ein zeitlich begrenzter gemeinsamer Vermittlungsausschuss aus Mitgliedern beider Kammern. Er kann eingesetzt werden, um Unterschiede zwischen einer vom Repräsentantenhaus und einer vom Senat verabschiedeten Fassung auszugleichen. Das Ergebnis ist ein Conference Report. Dieser Kompromisstext muss anschließend von beiden Kammern angenommen werden. Ein Conference Committee ist ein mögliches, aber nicht zwingendes Verfahren.

Kongress & Präsident

State of the Union und das Verhältnis zur Exekutive

Der Präsident ist kein Mitglied des Kongresses und nimmt nicht an dessen gewöhnlicher parlamentarischer Arbeit teil. Dennoch treffen Legislative und Exekutive an wichtigen Stellen unmittelbar aufeinander.

Checks and Balances

Unterschrift und Veto

Nach Zustimmung beider Kammern gelangt ein Gesetz grundsätzlich zum Präsidenten. Unterzeichnet er es, wird es Gesetz. Legt er sein Veto ein, können Repräsentantenhaus und Senat dieses mit jeweils einer Zweidrittelmehrheit überstimmen.

Wichtig zum Verständnis

Vier Besonderheiten des Repräsentantenhauses

Die Arbeitsweise unterscheidet sich deutlich vom Senat. Besonders wichtig sind die strafferen Debattenregeln, die Bedeutung der Wahlkreisgrenzen, zusätzliche Delegierte ohne volles Stimmrecht und der Umgang mit vakanten Sitzen.

REGEL

Debattenregeln statt Filibuster

Im Repräsentantenhaus kann die Mehrheit die Behandlung großer Gesetzesvorlagen deutlich stärker strukturieren als im Senat. Häufig legt eine vom Rules Committee vorbereitete „special rule“ fest, wie lange debattiert wird und welche Änderungsanträge zulässig sind. Eine mit dem Senats-Filibuster vergleichbare 60-Stimmen-Hürde zur Beendigung der Debatte gibt es im normalen House-Verfahren nicht.

435

Districts & Wahlkreisgrenzen

Die Mehrheit im Repräsentantenhaus entsteht aus 435 einzelnen District-Wahlen. Nach dem Census werden Sitze neu auf die Bundesstaaten verteilt und Wahlkreisgrenzen angepasst. Der Zuschnitt kann deshalb erheblichen Einfluss auf die Zahl wettbewerbsfähiger Sitze haben.

6

Delegierte ohne volles Stimmrecht

Neben den 435 stimmberechtigten Abgeordneten gehören fünf Delegierte sowie der Resident Commissioner aus Puerto Rico zum Repräsentantenhaus. Sie vertreten Washington, D.C. und US-Territorien und können unter anderem in Ausschüssen mitarbeiten und abstimmen. Wenn das Repräsentantenhaus als Plenum entscheidet, haben sie jedoch kein Stimmrecht.

WAHL

Vakante Sitze werden nachgewählt

Ein freier Sitz im Repräsentantenhaus wird nicht einfach durch eine Ernennung besetzt. Die Verfassung verlangt eine Wahl zur Nachbesetzung. Bei knappen Mehrheiten können Vakanzen deshalb vorübergehend spürbaren Einfluss auf die tatsächliche Sitzverteilung haben.

Midterms 2026

Warum die Repräsentantenhauswahl für die Macht in Washington entscheidend ist

Weil alle 435 Sitze gleichzeitig zur Wahl stehen, kann sich die Mehrheit im Repräsentantenhaus innerhalb eines einzigen Wahlabends verändern. Schon wenige umkämpfte Congressional Districts können darüber entscheiden, welche Partei Gesetzgebung, Ausschüsse und die politische Agenda der Kammer kontrolliert.

Kongresswahlen 2026 · Repräsentantenhaus

Prognose und Weg zur Mehrheit

Welche Congressional Districts entscheiden die Mehrheit bei den Midterms 2026? Die US-Wahl.de-Prognose zeigt sichere Sitze, Tendenzen und offene Wahlkreise – und welche Wege Demokraten und Republikaner zur Mehrheit von 218 Sitzen im US-Repräsentantenhaus führen.

Prognose und Gesamteinschätzung

Bei 435 Sitzen liegt die Mehrheit im Repräsentantenhaus bei 218. Die US-Wahl.de-Gesamteinstufung ordnet alle Congressional Districts als sicher, mit Tendenz oder offen ein und zeigt damit den aktuellen Prognosestand für die Mehrheitsfrage.

Demokraten
Noch offen
Republikaner
Demokratische SitzeMehrheit: 218Republikanische Sitze
Sicher Demokraten Tendenz Demokraten Offen Tendenz Republikaner Sicher Republikaner
US-Wahl.de-Gesamteinstufung: gleich gewichtete Race Ratings von Cook Political Report, Inside Elections und Sabato's Crystal Ball. Maßgeblich ist die mittlere der drei Bewertungen (Median); daraus entsteht die gemeinsame Einstufung „Sicher“, „Tendenz“ oder „Offen“.

Ausgangslage und der Weg zur Mehrheit

Ausgangspunkt ist die aktuelle Sitzverteilung im Repräsentantenhaus. Wie viele Sitze die Parteien bis zur Mehrheit benötigen, wird aus der aktuellen Sitzverteilung im Kongress berechnet. Welche Districts dafür entscheidend sind, zeigt anschließend die US-Wahl.de-Gesamteinstufung.

iNetto
Netto-Sitzgewinn

Gewonnene Sitze der anderen Partei werden mit eigenen verlorenen Sitzen verrechnet. Gewinnen die Demokraten zum Beispiel acht republikanische Sitze, verlieren aber drei eigene, beträgt ihr Nettozuwachs +5.

Demokraten aktuellDaten werden geladen …
Mehrheit218Ziel für beide Parteien
Republikaner aktuellDaten werden geladen …
Weitere aktuelle Sitze werden geladen …

Umkämpfte Sitze

Aufgeführt sind alle Districts, die derzeit als offen oder mit Tendenz bewertet sind sowie sichere prognostizierte Wechsel. Eine farblich hervorgehobene Änderungsmarkierung zeigt sofort, wenn sich die US-Wahl.de-Gesamteinstufung gegenüber dem vorherigen Datenstand verändert hat.

Erforderliche Sitzgewinne für Mehrheitswechsel
Aktuell gehalten von
Für die Demokraten entscheidend
Notwendiges Ergebnis
US-Wahl.de-Gesamteinstufung
Stand –
Nettozuwachs
– SitzeAktueller Inhaber → US-Wahl.de-Gesamteinstufung
House-Prognose wird geladen …
Keine Sitze entsprechen diesem Filter.
Änderungen: Markiert wird nur, wenn sich die berechnete US-Wahl.de-Kategorie gegenüber dem vorherigen Datenstand der Gesamteinstufung verändert hat. Reine Änderungen innerhalb einer Quellenskala, die die US-Wahl.de-Gesamteinstufung nicht verändern, werden nicht hervorgehoben.
US-Repräsentantenhauswahl 2026

Alle Congressional Districts im Überblick

Wie verteilen sich die 435 Wahlkreise im US-Repräsentantenhaus – und wo liegen Demokraten oder Republikaner vorn? Hier findet ihr alle Congressional Districts nach Bundesstaat mit Kartenansicht, aktuellen Sitzinhabern, Kandidaturen für 2026 und der US-Wahl.de-Gesamteinstufung.

Congressional Districts nach Bundesstaat

Die Ausgangskarte zeigt alle Congressional Districts. Über den Auswahlschalter lässt sich zwischen der aktuellen US-Wahl.de-Gesamteinstufung und der heutigen tatsächlichen Sitzverteilung wechseln. In dieser ersten Ebene wird ausschließlich der Bundesstaat ausgewählt. Erst im anschließend geöffneten Kartenfenster lassen sich einzelne Districts aufrufen.

1. Bundesstaat auswählen
2. District im Kartenfenster öffnen
Kartenansicht
District-Karte wird geladen …
Sicher DemokratenTendenz DemokratenOffenTendenz RepublikanerSicher Republikaner

Alle 435 Congressional Districts

Die Liste lässt sich nach heutiger Parteizugehörigkeit des Sitzes, Bundesstaat und US-Wahl.de-Gesamteinstufung filtern. Prognostizierte Wechsel und Veränderungen gegenüber dem vorherigen Datenstand können zusätzlich hervorgehoben werden.

Aktuell gehalten von
Bundesstaat
Gesamteinstufung
Zusatzfilter
435 SitzeSortierung: Bundesstaat · District
DistrictAktueller InhaberKandidat DKandidat RGesamteinstufungHinweis
District-Daten werden geladen …
Keine Congressional Districts entsprechen diesen Filtern.
Datenlogik: Die Parteizugehörigkeit bezeichnet den heutigen Sitzinhaber. Die Kartenfarbe und die Spalte „Gesamteinstufung“ zeigen dagegen die aktuelle US-Wahl.de-Prognose für die Wahl 2026. Bei neu zugeschnittenen Districts kann es keinen eindeutig zuordenbaren heutigen Amtsinhaber geben.
US-Präsidentschaftswahl 2028

Prognose und interaktive Wahlkarte

Welche Bundesstaaten entscheiden die US-Präsidentschaftswahl 2028? Die interaktive Wahlkarte zeigt den aktuellen Stand der prognostizierten Verteilung im Electoral College und welche Wege Demokraten und Republikaner zu den nötigen 270 Wahlleuten führen.

Interaktive Wahlkarte

Erklärung
So funktioniert die Karte:
Ein Klick auf einen Bundesstaat verändert den Status von: offen zu Tendenz Demokraten zu Sicher Demokraten, zu Tendenz Republikaner, zu Sicher Republikaner.

Splitting the Vote:
Maine (ME) und Nebraska (NE) vergeben jeweils Electoral Votes / Wahlleute an den Gesamtsieger des jeweiligen Bundesstaats. Zusätzlich erhält der Gewinner jedes Kongresswahlkreises (Congressional District, kurz CD) eine weitere Electoral Vote. Deshalb können ihre Stimmen separat für ME-1, ME-2 sowie NE-1, NE-2 und NE-3 eingestellt werden.

Bundesstaaten anklicken, eigene Wahlszenarien durchspielen und direkt sehen, wie sich der Weg zu 270 Wahlleuten im Electoral College verändert.

Demokraten
0
Noch 270 bis zur Mehrheit
Offen
538
Republikaner
0
Noch 270 bis zur Mehrheit
Sicher Demokraten Tendenz Demokraten Offen Tendenz Republikaner Sicher Republikaner
Prognose wird geladen ...
Karte wird geladen …
Übrige Bundesstaaten an der Ostküste und Hawaii
Splitting the Votes – Nebraska und Maine

Welche Bundesstaaten führen zum Wahlsieg

Die Siegkombinationen werden automatisch anhand der offenen Bundesstaaten aus der Wahlkarte berechnet, sobald 15 oder weniger Bundesstaaten als offen markiert sind. Sobald eine Siegkombination die Schwelle von 270 erreicht, werden diesem Pfad keine weiteren Bundesstaaten mehr angehängt.

Siegkombinationen

Demokraten · 18 Kombinationen
PAWI
277
PAGA
283
GAWINV
280
15 weitere Siegkombinationen anzeigen
PAAZNV
284
Republikaner · 15 Kombinationen
PAGA
285
GAWI
276
WIAZNV
277
12 weitere Siegkombinationen anzeigen
PANVME-02
276
Mögliche Patt-Konstellationen im Electoral College
PAWI
269 : 269
GANE-02
Demokraten248 Wahlleute
Muss zwingend gewonnen werden
Pennsylvania 19Wisconsin 10
In keiner Siegkombination erforderlich
Nevada 6ME-02 1
Republikaner250 Wahlleute
Muss zwingend gewonnen werden
Georgia 16
In keiner Siegkombination erforderlich
Nevada 6NE-02 1
Aktuelle Analyse

Analysen zur Präsidentschaftswahl 2028

Die ersten Analysen zur Präsidentschaftswahl 2028 erscheinen hier mit Beginn der Vorwahlen.

US-Senatswahl 2026 · Klasse II

Umkämpfte Sitze – Umfragen & Trends

Welche Senatssitze sind bei den Midterms 2026 besonders umkämpft? Hier findet ihr aktuelle Umfragen, Kandidaten und Trends in den entscheidenden Senatsrennen der Klasse II – mit Schnellübersicht und historischer Einordnung.

Schnellübersicht

Aktueller Vorsprung in allen offenen und mit Tendenz eingestuften Senatsrennen.

Sitze im Detail

Umfragen nach Senatsrennen

Amtsinhaber
Weitere Senatsrennen – derzeit sicher
BundesstaatDemokratenRepublikanerStatus
Daten werden geladen …
US-Präsidentschaftswahl 2028

Swing States – Umfragen & Trends

Wie entwickeln sich die Umfragen in den entscheidenden Bundesstaaten der US-Wahl 2028? Hier findet ihr künftig aktuelle Umfragen und Trends in den wichtigsten Swing States. Die Veröffentlichung beginnt voraussichtlich nach den Vorwahlen, wenn die Kandidierenden feststehen.

Schnellübersicht

Aktueller Vorsprung in allen ausgewählten Bundesstaaten.

Nationale Umfragen – Stimmungsindikator

Kandidat D
Kandidat R
Durchschnitt wird berechnet …
Durchschnittsverlauf · 120 TageKandidat DKandidat R

Aktueller Durchschnitt: je Institut nur die neueste Umfrage; Umfrage nicht älter als einen Monat.

Einzelumfragen anzeigen
Bundesstaaten im Detail

Aktuelle Umfragen nach Bundesstaat

Wissenswertes · Wahlumfragen in den USA

10 Hinweise zur Einordnung von Umfragen

Wie zuverlässig sind Wahlumfragen in den USA – und wie lassen sie sich richtig einordnen? Umfragen gehören zu den wichtigsten Instrumenten, um die Stimmung in einem Wahlkampf zu erfassen. Sie können Trends sichtbar machen, Kampagnen beeinflussen und zeigen, wo ein Wahlausgang besonders eng wird. Sie sind aber keine vollständige Vorhersage des Wahlergebnisses.

Wer Umfragen sinnvoll nutzen will, sollte deshalb nicht nur auf den aktuellsten Prozentwert schauen. Entscheidend sind unter anderem die Ebene der Umfrage, die Befragtengruppe, die Methode, die Fehlerspanne und vor allem die Entwicklung über mehrere Erhebungen hinweg.

Grundregel: Je knapper ein Rennen ist, desto weniger sollte ein einzelner Umfragewert als eindeutige Führung gelesen werden. Aussagekräftiger sind Durchschnitt, Trend und die Unsicherheit der Messung.
1

Nationale Umfragen richtig einordnen

Landesweite Umfragen sind nicht bedeutungslos – aber ihre Aussage hängt von der jeweiligen Wahl ab. Bei Präsidentschaftswahlen zeigen sie vor allem die landesweite Stimmung und geben Hinweise auf den Popular Vote. Über den Sieger im Electoral College entscheiden sie jedoch nicht direkt.

Bei Wahlen zum Repräsentantenhaus kann der Generic Congressional Ballot das nationale politische Umfeld abbilden. Auch daraus lässt sich aber nicht unmittelbar ableiten, wie viele der 435 Sitze eine Partei gewinnt. Beim Senat ist ein nationaler Durchschnitt noch weniger geeignet, weil nur ein Teil der Sitze gleichzeitig und jeweils bundesstaatenweise gewählt wird.

2

Die passende Wahlebene ist entscheidend

Für die Einschätzung eines konkreten Wahlausgangs muss die Umfrage zur Ebene passen, auf der tatsächlich entschieden wird: bei der Präsidentschaftswahl vor allem der einzelne Bundesstaat, bei Senatswahlen ebenfalls der Bundesstaat und beim Repräsentantenhaus der jeweilige Congressional District.

Bei der Präsidentschaftswahl werden die Electoral Votes in fast allen Bundesstaaten nach dem Prinzip „winner takes all“ vergeben. Maine und Nebraska bilden mit ihrer Aufteilung nach landesweitem Ergebnis und Congressional Districts die Ausnahme.

3

Umfragen sind Momentaufnahmen – keine Wahlergebnisse

Eine Umfrage misst die Stimmung während ihres Erhebungszeitraums. Je weiter der Wahltag entfernt ist, desto größer ist die Möglichkeit, dass sich Kandidatenpräferenzen, Mobilisierung und politische Rahmenbedingungen noch verändern.

Auch kurz vor der Wahl bleibt eine Umfrage eine Schätzung. Sie kann zeigen, welches Ergebnis unter den zum Zeitpunkt der Befragung herrschenden Bedingungen plausibel erscheint – nicht, welches Ergebnis sicher eintreten wird.

4

Die Qualität einer Umfrage prüfen

Nicht jede veröffentlichte Umfrage ist gleich aussagekräftig. Wichtig sind unter anderem Stichprobenauswahl, Gewichtung, Erhebungsart, Stichprobengröße, Befragtengruppe, Feldzeit und die Transparenz, mit der ein Institut seine Methode offenlegt.

Eine große Stichprobe allein garantiert noch keine gute Umfrage. Entscheidend ist, ob die Befragten die relevante Wählerschaft möglichst gut abbilden und ob erkennbare Verzerrungen methodisch angemessen berücksichtigt werden.

US-Wahl.de orientiert sich bei der Auswahl der verwendeten Institute zusätzlich am Pollster-Rating von Silver Bulletin (Nate Silver) ↗. Das Rating bewertet unter anderem die historische Genauigkeit und Transparenz der Institute und dient als zusätzliche Orientierung bei der Auswahl.

5

Entwicklungen derselben Quelle vergleichen

Für die Beurteilung eines Trends ist der Vergleich aufeinanderfolgender Umfragen desselben Instituts oft hilfreicher als der direkte Vergleich zweier verschiedener Institute. Unterschiedliche Häuser verwenden unterschiedliche Stichproben, Gewichtungen und Modelle – dadurch können sich dauerhaft leicht unterschiedliche Niveaus ergeben.

Beispiel:
Quelle A · 13. Jan. – Kandidat X +1 %
Quelle B · 07. Jan. – Kandidat X +3 %
Quelle C · 03. Jan. – Kandidat X +6 %
Quelle D · 01. Jan. – Kandidat X +7 %
Quelle A · 22. Dez. – Kandidat Y +3 %
Quelle B · 19. Dez. – Gleichstand

Von Quelle D zu A wirkt die Entwicklung für Kandidat X zunächst negativ. Der aussagekräftigere Vergleich innerhalb derselben Institute zeigt jedoch das Gegenteil: Bei A verbessert sich X von −3 auf +1, bei B vom Gleichstand auf +3. Für die Trendbewertung ist deshalb vor allem die Entwicklung derselben Quelle entscheidend.
6

Durchschnittswerte sind robuster als Einzelumfragen

Einzelne Umfragen können zufällig höher oder niedriger ausfallen. Ein Durchschnitt aus mehreren aktuellen Erhebungen reduziert den Einfluss solcher Ausreißer und vermittelt deshalb meist ein stabileres Bild der aktuellen Lage.

Auch ein Durchschnitt ist jedoch keine Garantie. Wenn mehrere Institute einen ähnlichen systematischen Fehler machen, kann sich dieser auch im Mittelwert wiederfinden. Deshalb sollte zusätzlich auf die Entwicklung und auf die Methodik der zugrunde liegenden Umfragen geachtet werden.

7

Die Fehlerspanne richtig lesen

Seriöse Umfragen weisen in der Regel eine Margin of Error beziehungsweise eine vergleichbare statistische Unsicherheit aus. Sie beschreibt vor allem, wie stark ein Stichprobenergebnis allein durch die Auswahl einer begrenzten Zahl von Befragten schwanken kann.

Beispiel: Kandidat A liegt bei 47 %, Kandidat B bei 53 %, die ausgewiesene Fehlerspanne beträgt ±4 Punkte für jeden einzelnen Wert. Vereinfacht liegen die einzelnen Schätzbereiche damit bei etwa 43–51 % beziehungsweise 49–57 %. Die Bereiche überschneiden sich. Bei einem Wahlergebnis, das Kandidat A als Sieger hervorbringt, dürfte man also nicht sagen, dass die Umfrage „falsch“ war. Die hohe Abweichung lag immer noch innerhalb der Fehlertoleranz.
8

Wer wurde überhaupt befragt?

Bei US-Umfragen gibt es regelmäßig unterschiedliche Befragtengruppen. Sie dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

All Adults (A)Erwachsene unabhängig davon, ob sie registriert sind oder bei der nächsten Wahl tatsächlich abstimmen.
Registered Voters (RV)Als Wähler registrierte Personen. Diese Gruppe ist für Wahlabsichten meist relevanter als die Gesamtheit aller Erwachsenen.
Likely Voters (LV)Personen, die ein Institut nach seinem eigenen Modell als wahrscheinliche Wähler einstuft. Dafür können Selbstauskunft, frühere Wahlteilnahme und weitere Merkmale verwendet werden.

Gerade nahe am Wahltag sind LV-Modelle besonders interessant. Allerdings existiert kein einheitliches Verfahren – verschiedene Institute können dieselbe Person unterschiedlich als wahrscheinlichen Wähler bewerten.

9

Institut und Auftraggeber mitlesen

Wer eine Umfrage durchgeführt und wer sie finanziert oder in Auftrag gegeben hat, gehört zur Einordnung dazu. Eine parteinahe oder von einer Kampagne beauftragte Umfrage ist nicht automatisch unbrauchbar – sie sollte aber besonders transparent dokumentiert sein und im Zusammenhang mit unabhängigen Erhebungen betrachtet werden.

Zur Qualitätsprüfung gehören deshalb nicht nur die Prozentwerte, sondern auch Angaben zu Auftraggeber, Methode, Stichprobe, Feldzeit und genauer Fragestellung.

10

Den Zeitpunkt der Erhebung beachten

Entscheidend ist nicht nur das Veröffentlichungsdatum, sondern vor allem, wann die Interviews geführt wurden. Eine heute veröffentlichte Umfrage kann eine Stimmung abbilden, die bereits mehrere Tage alt ist.

Debatten, Skandale, wirtschaftliche Nachrichten oder internationale Krisen können kurzfristig Ausschläge auslösen. Deshalb sollte ein einzelner Sprung nicht vorschnell als dauerhafte Verschiebung interpretiert werden. Erst weitere Umfragen zeigen, ob daraus ein stabiler Trend entsteht.

2016Was die Wahl über Umfragen lehrt
Praxisbeispiel

Lagen die Umfragen 2016 wirklich daneben?

Die Präsidentschaftswahl 2016 gilt bis heute häufig als Beispiel dafür, dass Wahlumfragen unzuverlässig seien. Das verbreitete Bild eines allgemeinen Umfrageversagens greift jedoch zu kurz. Ein genauerer Blick zeigt vielmehr, warum Umfragen richtig eingeordnet werden müssen.

Landesweite Umfragen: Kurz vor der Wahl führte Hillary Clinton vor Donald Trump im Durchschnitt der nationalen Umfragen mit gut 3 Prozentpunkten. Tatsächlich erhielt Clinton landesweit fast drei Millionen Stimmen mehr und gewann den Popular Vote mit einem Vorsprung von 2,1 Prozentpunkten. Die nationalen Umfragen hatten die landesweite Stimmenverteilung damit grundsätzlich richtig erfasst. Sie beantworteten aber nicht die entscheidende Frage, wer im Electoral College gewinnen würde.

Die entscheidenden Bundesstaaten: Betrachtet man die 15 Swing States im weiteren Sinne, die US-Wahl.de vor der Wahl besonders beobachtete, ergibt sich ein differenziertes Bild:

  • Florida, Ohio, North Carolina, Iowa, Arizona und Georgia: offene Rennen mit leichter Tendenz zu Donald Trump – Trump gewann alle sechs Staaten.
  • Virginia, New Mexico und Minnesota: die Umfragen sahen Hillary Clinton vorne – Clinton gewann alle drei.
  • Colorado und New Hampshire: offene Rennen mit leichter Tendenz zu Clinton – Clinton gewann beide.
  • Nevada: offenes Rennen mit leichter Tendenz zu Trump – Clinton gewann.
  • Pennsylvania und Michigan: offene Rennen mit leichter Tendenz zu Clinton – Trump gewann.
  • Wisconsin: die Umfragen deuteten auf einen Sieg Clintons hin – Trump gewann.

Damit zeigten die Umfragen in 11 der 15 betrachteten Staaten die richtige Siegtendenz. In drei weiteren Staaten erkannten sie ein enges Rennen, die knappe Tendenz wies aber zum späteren Verlierer. Wisconsin war der deutlichste Fall, in dem auch die Einschätzung des Rennens selbst zu sicher in die falsche Richtung zeigte. Nach der damaligen Auswertung von US-Wahl.de betrug die durchschnittliche Abweichung zwischen Umfragewerten und tatsächlichem Ergebnis in diesen 15 Staaten rund 2,9 Prozentpunkte.

Die Lehre aus 2016: Ein kleiner Umfragevorsprung darf nicht mit einer sicheren Führung gleichgesetzt werden. Gerade bei knappen Rennen müssen Durchschnittswerte, Fehlerspanne, Trend und die richtige geografische Ebene gemeinsam betrachtet werden. Das eigentliche Problem von 2016 war daher weniger ein flächendeckendes Versagen der Umfragen als ihre häufig zu vereinfachte öffentliche Interpretation.
Schnellcheck

Fünf Fragen vor jeder Interpretation

1. Welche Ebene?National, Bundesstaat oder Congressional District?
2. Wer wurde befragt?Adults, Registered Voters oder Likely Voters?
3. Wann wurde gefragt?Feldzeit und politische Ereignisse beachten.
4. Wie wurde gefragt?Methode, Stichprobe, Gewichtung und Transparenz prüfen.
5. Was zeigt der Trend?Durchschnitt und Entwicklung sind wichtiger als ein Ausreißer.
Methodische Grundlagen

Weiterführende Quellen

Für die methodische Einordnung orientiert sich diese Übersicht unter anderem an Erläuterungen der American Association for Public Opinion Research (AAPOR), des Pew Research Center und des Roper Center for Public Opinion Research.

Wissenswertes · US-Wahlsystem

Gerrymandering – Parteistrategie beim Wahlkreiszuschnitt

Was ist Gerrymandering und wie können Wahlkreisgrenzen die politischen Mehrheiten in den USA verändern? Bei Wahlen zum US-Repräsentantenhaus entscheidet nicht nur, wie viele Menschen eine Partei wählen. Entscheidend ist auch, wo diese Stimmen liegen und wie die Grenzen der Congressional Districts gezogen sind. Genau hier setzt Gerrymandering an.

Jeder Congressional District entsendet genau ein Mitglied in das US-Repräsentantenhaus. Vergeben wird der Sitz nach Mehrheitswahlrecht im District: Wer die meisten Stimmen erhält, gewinnt den Sitz. Die Bundesstaaten entscheiden jedoch über den territorialen Zuschnitt ihrer Congressional Districts. Dadurch können sie erheblichen Einfluss darauf nehmen, wie sich ein Stimmenverhältnis in Sitze übersetzt.

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Parteien in den USA sehr detaillierte Erkenntnisse darüber haben, wie und wo abgestimmt wird – aus früheren Wahlergebnissen, aus Bevölkerungsdaten und oft auch aus Umfragen. Genau dieses Wissen macht strategisches Redistricting überhaupt erst möglich.

Kurz erklärt: Gerrymandering bezeichnet den strategischen Zuschnitt von Wahlkreisen, um einer Partei oder einer bestimmten Wählergruppe einen politischen Vorteil zu verschaffen. Die Zahl der Stimmen bleibt gleich – ihre Verteilung auf die Wahlkreise ändert sich.
Der Ausgangspunkt

Warum werden Wahlkreise überhaupt neu zugeschnitten?

Die 435 Sitze des Repräsentantenhauses werden nach der alle zehn Jahre stattfindenden Volkszählung neu auf die 50 Bundesstaaten verteilt. Dieser Vorgang heißt Apportionment. Bundesstaaten mit mehreren Sitzen legen anschließend die Grenzen ihrer Congressional Districts fest oder passen sie an – das Redistricting.

CensusDie Bevölkerung wird im Zehnjahresrhythmus erfasst.
Apportionment435 Sitze werden nach Bevölkerungszahl auf die Staaten verteilt.
RedistrictingBundesstaaten mit mehreren Sitzen ziehen ihre Wahlkreisgrenzen.
WahlIn jedem District wird genau ein Mitglied des Repräsentantenhauses gewählt.

Wichtig: Redistricting ist ein notwendiger und regulärer Vorgang. Von Gerrymandering spricht man erst, wenn der Zuschnitt gezielt dazu genutzt wird, politische Machtverhältnisse zu beeinflussen.

Das Grundprinzip

Warum können Stimmen eine ungleiche Wirkung haben?

In Einmandatswahlkreisen zählt am Ende nur, wer den jeweiligen District gewinnt. Deshalb können gleiche Stimmenmengen sehr unterschiedlich wirken – je nachdem, wo sie liegen.

Verfallene Stimmen Alle Stimmen für die unterlegene Partei in einem District bringen dort keinen Sitzgewinn.
Überzählige Stimmen Auch Stimmen, die weit über das zum Sieg notwendige Maß hinausgehen, erzeugen keinen zusätzlichen Sitz.
Vereinfachtes Beispiel
59 : 41Stimmen

Erhält Blau in einem District 59 Stimmen und Rot 41 Stimmen, gewinnt Blau den Sitz. Die 41 roten Stimmen verfallen. Zugleich wären für Blau bereits 51 Stimmen zum Sieg ausreichend gewesen – 8 blaue Stimmen sind damit überzählig.

Der entscheidende Gedanke: Beim Gerrymandering geht es darum, die zu erwartenden verfallenen und überzähligen Stimmen beim Neuzuschnitt der Wahlkreise möglichst effizient zum eigenen Nutzen und zum Nachteil des politischen Gegners auszunutzen.

Das Kernproblem

Gleiche Stimmen – unterschiedliche Sitze

In allen vier Darstellungen bleibt die Ausgangslage identisch: ein fiktiver Bundesstaat mit 60 % Blau und 40 % Rot. Nur der Zuschnitt der Districts verändert sich.

Ausgangslage

60:40-Stimmenverteilung in einem fiktiven Bundesstaat. Noch sind keine Wahlkreisgrenzen für die Congressional Districts gezogen.

Gesamtstimmen: Blau 60 % · Rot 40 %

Mögliches 3:2-Ergebnis

Die Sitzverteilung von 3:2 für Blau entspricht dem Stimmenverhältnis von 60:40 %.

Sitze: Blau 3 · Rot 2

Rot entscheidet über Wahlkreiszuschnitt

2:3-Ergebnis. Die Sitzverteilung von 2:3 widerspricht dem Stimmenverhältnis von 60:40 %, ist aber dennoch korrekt.

Sitze: Blau 2 · Rot 3

Blau entscheidet über Wahlkreiszuschnitt

5:0-Ergebnis. Die Sitzverteilung von 5:0 widerspricht dem Stimmenverhältnis von 60:40 %, ist aber dennoch korrekt.

Sitze: Blau 5 · Rot 0

Worauf es ankommt: Die Gesamtzahl der Stimmen ändert sich nicht. Nur durch neue Grenzziehungen kann sich die Sitzverteilung teils massiv verschieben. Wahlkreise können also grundsätzlich so zugeschnitten werden, dass sie einer Partei gezielt nützen. Zugleich ist nicht jede vom Gesamtverhältnis 60:40 % abweichende Sitzverteilung automatisch manipulativ: Auch sachliche, geographische oder demographische Faktoren können dazu führen, dass einzelne Districts anders zusammengesetzt sind.

Die zwei klassischen Methoden

Die zwei klassischen Methoden des Gerrymandering

blaue Stimmen
rote Stimmen
überzählige Stimmen
verfallene Stimmen

Packing – Rot bündelt blaue Stimmen in Hochburgen

Beim Packing verschiebt Rot blaue Wähler so, dass Blau zwar noch einige Districts gewinnt, dort aber mit unnötig großen Mehrheiten. Die blauen Überhänge fehlen anschließend in mehreren anderen Districts.

Von

District 1Blau 7 : Rot 3
Blau gewinnt deutlich. Zwei blaue Stimmen sind hier bereits überzählig.
District 2Blau 6 : Rot 4
Knapperer blauer Sieg – dieser District ist für Blau noch effizient.
District 3Blau 6 : Rot 4
Noch ein effizienter blauer Sieg mit nur einer überzähligen Stimme.
District 4Blau 6 : Rot 4
Auch hier gewinnt Blau knapp genug, um weitere Sitze zu maximieren.
District 5Blau 4 : Rot 6
Rot gewinnt diesen District; vier blaue Stimmen verfallen.
Ausgangslage: Blau gewinnt 4 Districts, Rot 1. Blau holt viele Sitze, weil seine Stimmen noch relativ effizient verteilt sind.

Zu

District 1Blau 9 : Rot 1
Blau gewinnt extrem deutlich. Vier blaue Stimmen sind überzählig.
District 2Blau 8 : Rot 2
Auch hier gewinnt Blau klar. Drei weitere blaue Stimmen sind überzählig.
District 3Blau 4 : Rot 6
Die hier fehlenden blauen Stimmen hätten ausreichen können, um den District zu kippen.
District 4Blau 4 : Rot 6
Rot gewinnt knapp – weil zusätzliche blaue Stimmen in den Hochburgen gebündelt wurden.
District 5Blau 4 : Rot 6
Dritter knapper roter Sieg. Aus Blau 4 : Rot 1 wird Blau 2 : Rot 3.
Folge: Aus Blau 4 : Rot 1 wird Blau 2 : Rot 3. Besonders in 9:1 und 8:2 werden blaue Stimmen überzählig – und fehlen dann in den drei knappen Niederlagen.
Politische Logik: Packing ist für Rot sinnvoll, wenn blaue Hochburgen in wenige sehr sichere Districts gedrängt werden sollen. Blau behält dann zwar einige klare Siege, verliert aber mehrere Sitze im übrigen Kartenbild.

Cracking – Rot spaltet ein blaues Gebiet auf

Beim Cracking zerlegt Rot ein zusammenhängendes oder kompaktes blaues Wählergebiet. Statt einige wenige Districts mit blauer Mehrheit zuzulassen, werden blaue Stimmen auf mehrere rote Districts verteilt. Dadurch verfallen sie dort jeweils knapp.

Von

District 1Blau 6 : Rot 4
Das blaue Gebiet reicht hier für einen eigenen Sitz.
District 2Blau 6 : Rot 4
Ein zweiter blauer District aus demselben Schwerpunktgebiet.
District 3Blau 6 : Rot 4
Auch hier hätte Blau noch eine knappe, aber ausreichende Mehrheit.
District 4Blau 3 : Rot 7
Rot gewinnt deutlich.
District 5Blau 3 : Rot 7
Ein weiterer klar roter District.
Ausgangslage: Blau gewinnt 3 Districts, Rot 2. Die blaue Wählerschaft ist noch kompakt genug, um mehrere Sitze zu erringen.

Zu

District 1Blau 8 : Rot 2
Ein Teil der blauen Stimmen wird in einem verbleibenden blauen District gebündelt.
District 2Blau 4 : Rot 6
Die übrigen blauen Stimmen werden in rote Districts hineingezogen.
District 3Blau 4 : Rot 6
Hier reicht es ebenfalls nicht mehr für Blau.
District 4Blau 4 : Rot 6
Noch ein knapper roter Sieg durch die Zerstreuung der blauen Stimmen.
District 5Blau 4 : Rot 6
Die zerstreuten blauen Stimmen verfallen nun in mehreren Districts gleichzeitig.
Folge: Aus Blau 3 : Rot 2 wird Blau 1 : Rot 4. Anders als beim Packing werden die blauen Stimmen hier nicht nur in Hochburgen gebündelt, sondern vor allem auf mehrere rote Districts verteilt, wo sie jeweils knapp verlieren.
Politische Logik: Cracking ist für Rot nützlich, wenn ein eigentlich konkurrenzfähiges blaues Gebiet aufgespalten werden soll. So entstehen mehrere knappe rote Siege, statt dass Blau eigene Districts gewinnt.
Strategien in der Praxis

Wie Parteien tatsächlich vorgehen

Parteien beschränken sich nicht darauf, nur Packing oder nur Cracking zu betreiben. In der Praxis geht es darum, die gesamte Karte zu optimieren: sichere Sitze absichern, knappe Rennen verschieben und dabei bewusst Risiken einzugehen.

1
Sichere Sitze absichernEigene Mehrheiten werden so verteilt, dass aus wahrscheinlichen Rennen möglichst sichere Siege werden.
2
Offene Sitze angreifenEigene Hochburgen werden teilweise ausgedünnt, damit zusätzliche Stimmen in Kopf-an-Kopf-Rennen oder gegnerische Wahrscheinlichkeits-Sitze fließen.
3
Risiko bewusst steuernWer neue Sitze gewinnen will, muss oft in Kauf nehmen, dass eigene sichere Mehrheiten etwas kleiner werden.
4
Gesamtkarte optimierenEntscheidend ist nicht jeder einzelne District, sondern wie viele Sitze am Ende aus der gesamten Karte herausgeholt werden.
Zuständigkeit

Wer zieht die Grenzen?

Die Regeln unterscheiden sich von Bundesstaat zu Bundesstaat. Häufig sind die Parlamente der Bundesstaaten beteiligt; in anderen Staaten arbeiten unabhängige oder parteiübergreifende Kommissionen. Zusätzlich greifen Gerichte ein, wenn Karten gegen staatliches oder Bundesrecht verstoßen.

Deshalb ist Gerrymandering kein einheitlicher Vorgang, der überall nach denselben Regeln funktioniert.

Politische Wirkung

Warum ist das so bedeutsam?

Ein günstiger Zuschnitt kann nicht nur einzelne Sitze beeinflussen. Er kann auch die Zahl wirklich wettbewerbsfähiger Districts verringern, Amtsinhaber absichern und darüber mitentscheiden, welche Partei eine Mehrheit im Repräsentantenhaus erreicht.

Das Prinzip betrifft außerdem Wahlkreise auf Ebene der Bundesstaaten – nicht nur die 435 Congressional Districts.

Blick auf 2026

Wie groß sind die Einflussmöglichkeiten der Parteien derzeit?

2026 ist kein reguläres Hauptjahr des Redistricting-Zyklus. Trotzdem bleibt das Thema politisch hoch relevant: Einerseits kontrollieren die Parteien in vielen Bundesstaaten die politische Gesamtarchitektur, andererseits gibt es weiterhin rechtliche und politische Auseinandersetzungen um bestehende Karten.

Republikanische Trifectas
in den Bundesstaaten
Demokratische Trifectas
in den Bundesstaaten
Geteilte Regierungen
ohne Trifecta
Datenstand:
Was das bedeutet: Eine Trifecta liegt vor, wenn eine Partei in einem Bundesstaat zugleich das Gouverneursamt sowie beide Kammern der staatlichen Legislative kontrolliert. Trifectas erhöhen grundsätzlich den parteipolitischen Einfluss auf Wahlkreisfragen. Sie bedeuten aber nicht automatisch freie Hand, weil Gerichte, Staatsverfassungen, unabhängige Kommissionen oder ausdrückliche Verbote von mid-decade redistricting zusätzliche Grenzen setzen können.
Historische Einordnung

Wer profitiert vom Gerrymandering?

Gerrymandering ist kein Instrument nur einer Partei. Historisch haben sowohl Demokraten als auch Republikaner von parteipolitischer Kontrolle über das Redistricting profitiert. Eine Langzeitstudie über rund 80 Jahre Wahlen zum US-Repräsentantenhaus kommt zu dem Ergebnis, dass beide Parteien in der Mitte des 20. Jahrhunderts ähnlich von der Kontrolle der Grenzziehung profitierten; im 21. Jahrhundert zeigt sich dagegen ein moderater republikanischer Vorteil.

Für die Zeit nach dem Census 2010 ist dieser Vorteil deutlicher messbar. Eine wissenschaftliche Analyse der House-Wahlen von 2012 bis 2020 beziffert den durchschnittlichen republikanischen Vorteil durch den Wahlkreiszuschnitt auf 17 Sitze. Für die bei der Wahl 2024 verwendeten Karten schätzte das Brennan Center 23 zusätzliche republikanische bzw. republikanisch tendierende Sitze gegenüber 7 demokratischen – netto also einen Vorteil von rund 16 Sitzen für die Republikaner. Ein wichtiger Grund für den stärkeren nationalen Effekt: Republikaner kontrollierten in diesem Zyklus die Grenzziehung von 191 Congressional Districts vollständig, Demokraten von 75; die übrigen Karten entstanden unter anderem durch Kommissionen, Gerichte oder geteilte politische Kontrolle.

Wichtig: Solche Zahlen sind Schätzungen und hängen vom verwendeten Vergleichsmaßstab ab. Sie bedeuten weder, dass jede republikanisch gezeichnete Karte manipuliert noch dass jede demokratisch gezeichnete Karte neutral ist. Aussagekräftig ist vor allem, wie stark eine konkrete Karte gegenüber einem nachvollziehbaren Neutralitäts- oder Vergleichsmaßstab parteipolitisch verzerrt ist.
Rechtliche Grenzen

Ist Gerrymandering erlaubt?

Eine einfache Antwort mit „ja“ oder „nein“ wäre irreführend. Rechtlich muss zwischen parteipolitischem und rassistisch diskriminierendem Gerrymandering unterschieden werden.

  • Parteipolitisches Gerrymandering: Der Supreme Court entschied 2019 in Rucho v. Common Cause, dass solche Ansprüche politische Fragen darstellen, für die Bundesgerichte keinen handhabbaren verfassungsrechtlichen Maßstab anwenden können.
  • Bundesstaatliches Recht: Einzelne Staatsverfassungen, Gesetze oder institutionelle Regeln können parteipolitische Grenzziehungen zusätzlich begrenzen.
  • Rasse und Minderheitenrechte: Bestimmte Formen rassistischer Grenzziehung können gegen die US-Verfassung verstoßen. Section 2 des Voting Rights Act gilt zudem auch für Redistricting-Pläne und schützt vor rassistisch diskriminierender Schwächung des Wahlrechts.
Woher kommt der Begriff?

Gerry + Salamander = Gerrymander

Der Begriff geht auf den damaligen Gouverneur von Massachusetts, Elbridge Gerry, zurück. 1812 wurde ein neu zugeschnittener Wahlbezirk in einer politischen Karikatur wegen seiner ungewöhnlichen Form mit einem Salamander verglichen. Aus „Gerry“ und „salamander“ entstand „Gerrymander“.

Begriffe auf einen Blick

Die wichtigsten Begriffe

ApportionmentVerteilung der 435 Sitze des Repräsentantenhauses auf die Bundesstaaten nach der Volkszählung.
RedistrictingNeuzuschnitt oder Anpassung der Wahlkreisgrenzen innerhalb eines Bundesstaates.
CrackingZerstreuung einer Wählergruppe über mehrere Districts, sodass sie dort möglichst selten eine Mehrheit erreicht.
PackingKonzentration einer Wählergruppe in wenigen Districts mit sehr großen Mehrheiten.
Congressional DistrictWahlkreis, aus dem jeweils ein Mitglied in das US-Repräsentantenhaus gewählt wird.
TrifectaEine Partei kontrolliert in einem Bundesstaat zugleich Gouverneursamt sowie beide Kammern der staatlichen Legislative.
Quellen & Hintergrund

Weiterführende Grundlagen

US-Wahlen · Termine

Wahlkalender

Wann finden die nächsten Wahlen und Vorwahlen in den USA statt? Der US-Wahlkalender bündelt die wichtigsten Termine zu Präsidentschafts- und Kongresswahlen, Primaries und Caucuses, Super Tuesday, Parteitagen und wichtigen Debatten – fortlaufend und nach Themen und Parteien filterbar.

FortlaufendDie Ansicht beginnt automatisch mit den nächsten anstehenden Terminen.
Bestätigte TermineTaggenaue Daten werden übernommen, sobald sie offiziell feststehen.
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Thema
Partei
Datenstand: wird geladen…
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In Kürze verfügbar

Dieser Bereich befindet sich derzeit im Aufbau. Es stehen bald ausführliche Informationen, Daten und Grafiken zur Verfügung.

Live-Ticker zum Iowa Caucus - Buttigieg und Sanders vorne

LIVE-TICKER beendet. Aktuelle Zahlen findet Ihr im fortlaufenden Blog.

UPDATE, 05.02.2020

Die Auszählungen laufen auch am heutigen Mittwoch weiter. 85 % sind inzwischen veröffentlicht. Sanders liegt bei beiden Popular Votes vorne, Buttigieg liegt bei Delegierten an der Spitze. Biden und Warren klar dahinter, Klobuchar stark, aber evtl. zu wenig.


Pete Buttigieg by Gage Skidmore
Pete Buttigieg
  • Bestätigen sich diese Zahlen in den nächsten Stunden (oder Tagen...) wäre dies ein Riesenerfolg für Pete Buttigieg und eine doch erhebliche Schlappe für Joe Biden. Bei Buttigieg darf aber nicht vergessen werden, dass er enorm viel Zeit und Geld in Iowa investiert hat. Die Basis für die kommenden Bundesstaaten ist für ihn dann etwas schwieriger.
  • Joe Biden steht nun schon unter Druck und sollte dringend in South Carolina seine starken Umfragewerte in Zählbares umwandeln, um nicht als angeschlagener Kandidat in den Super Tuesday zu gehen.
  • Für Bernie Sanders ist es ein gutes Ergebnis. Er hat es geschafft, seine beiden größten Konkurrenten, Biden und Warren, klar hinter sich zu lassen und hofft nun, dass er in New Hampshire einen deutlichen Sieg einfahren kann.
  • Auch wenn Elizabeth Warren kein glanzvolles Ergebnis erreicht hat, kann sie zufrieden sein, nicht unter 15% zu liegen.
  • Für Amy Klobuchar ist es ein starkes Ergebnis. Ob es am Ende wirklich reichen wird, um genug Rückenwind für New Hampshire und Nevada mitzunehmen, bleibt abzuwarten.

Vorläufige Delegiertenverteilung (die Berechnung wird sich noch ändern, wenn die übrigen Wahlbezirke ausgezählt sind:

Buttigieg: 14
Sanders: 11
Warren: 8
Biden: 7
Klobuchar: 1

Ausgezählt:
First Round
85 %
Final Round
85 %
Deleg.
85 %
Sanders
36294
23,4 %
37999
25,0 %
24,4 %
Buttigieg
33457
21,6 %
38699
25,5 %
26,7 %
Warren
27711
17,9 %
29530
19,5 %
17,4 %
Biden
23082
14,9 %
20728
13,7 %
15,9 %
Klobuchar
19630
12,7 %
18160
12,0 %
12,1 %
Yang
7615
4,9 %
1500
<1 %
<1 %
Steyer
3878
2,5 %
1874
1,2 %
1,2 %
Patrick
1677
1,1 %
1768
1,2 %
1,1 %



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04.02.2020

Peinliches Wahldesaster beim Iowa Caucus der Demokraten


Desaster, Panne, Chaos, Versagen...
Die medialen Beschreibungen für das, was in der vergangengen Nacht in Iowa passiert ist, sind eindeutig.
Bis jetzt liegen weiterhin keine offiziellen Ergebnisse zum Iowa Caucus der Demokraten vor.
Die Iowa Democratic Party, die insbesondere auch für das Kommunikationsversagen verantwortlich ist, hat inzwischen mitgeteilt, dass die Ergebnisse irgendwann im Laufe des Dienstags bekanntgegeben werden. Offenbar funktioniert die programmierte App zur Übermittlung der Daten nicht, weshalb nun alles per Hand ausgewertet wird. Weshalb aber keine verifizierten Teilergebnisse aus einzelnen Counties veröffentlicht werden, ist mir nicht bekannt.


Spott kommt auch von den Republikanern


Der Wahlkampfmanager des US-Präsidenten, Brad Parscale, twitterte spöttisch in Richtung der Demokraten: Sie können nicht einmal eine Vorwahl durchführen, wollen aber die Regierung übernehmen.
Trump selbst hat erwartungsgemäß den Caucus der Republikaner gewonnen. Er holte rund 97 % der Stimmen und damit auch alle Delegierten.



Hat es dieses Jahr zum letzten Mal einen Iowa Caucus gegeben?


Die Kritik, weshalb der Start der Vorwahlen überhaupt in Iowa stattfindet, wobei dieser Bundesstaat sowohl klein als auch nicht repräsentativ ist, dürfte nun deutlich mehr Gehör finden. Der Iowa Caucus ist nicht irgendeine Vorwahl. Seit rund einem Jahr fiebern die Demokraten und viele politische Beobachter dem Auftakt des Auswahlprozesses entgegen. Alle großen Medienanstalten und auch die internationalen Berichterstatter sind in den Mittleren Westen gereist, um über diese Vorwahl zu berichten.
Nicht zuletzt ist es auch für die Kandidatinnen und Kandidaten eine Zumutung. Zig Millionen US-Dollar wurden über Monate investiert, hunderte Veranstaltungen besucht. Für einige Kandidaten ist das Momentum mit dem Abschneiden beim Iowa Caucus von existenzieller Bedeutung für ihren gesamten Wahlkampf.
Auch wenn technische Fehler immer mal auftreten können, muss die Partei vor Ort ein besseres Krisenmanagement parat haben.
Die Partei selbst hat in Iowa eine hinreichend umständliche Verfahrensweise eingeführt.


Und wer hat nun gewonnen oder verloren?


Die Kandidatinnen und Kandidaten sind irgendwann zwangsläufig zuversichtlich vor ihre Unterstützer getreten und haben motivierende Dankesreden gehalten. Wer die Vorwahlen gewonnen und verloren hat, dürfte niemand gewusst haben.
Dennoch konnte man einen Eindruck gewinnen, anhand der Berichterstattungen aus einigen wenigen Wahlbezirken und durchgesickerter Zahlen, dass es Tendenzen für oder wider den jeweiligen Kandidaten gibt.



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ENDE des Live-Tickers - Ergebnisse folgen zu einem unbestimmten Zeitpunkt.

06:05 Uhr
Die meisten Kandidaten haben bereits ihre Reden an ihre Unterstützer gehalten, ohne die Ergebnisse zu kennen. 


04:50 Uhr
Zu der Kritik, weshalb der Start der Vorwahlen überhaupt in Iowa stattfindet, wobei dieser Bundesstaat sowohl klein als auch nicht repräsentativ ist, kommt nun noch der Unmut über die Umsetzung des Caucus. Weiterhin sind keine offiziellen Zahlen bekannt. Die oben aufgeführten Zahlen sind bekannt, da sie aus einzelnen Wahlbezirken bereits kommuniziert wurden. Verifiziert sind sie noch nicht. Die Iowa Democratic Party dürfte nun reichlich unter Druck stehen. Ob 2024 erneut der Start in Iowa stattfinden wird, darf einmal mehr hinterfragt werden.


04:35 Uhr
In den Headquarters der Kandidatinnen und Kandidaten herrscht offenbar Ratlosigkeit, weshalb keine Ergebnisse veröffentlicht werden.
Dies könnte die Folge davon sein, dass der Iowa Caucus doch recht umständlich ist. Ergebnisse werden auf Zuruf mit Edding handschriftlich auf Papier geschrieben. Anderenorts werden sie mündlich weitergegeben. Hinzu kommen möglicherweise technische Probleme bei der Datenübertragung.
Man fühlt sich an Tage erinnert, an denen die Stimmabgabe mit gestanzten Lochkarten vorgenommen wurde...


04:20 Uhr
Weiterhin fehlen offizielle Zahlen der Demokraten, was inzwischen doch etwas verwundert. Seitens der Partei heißt es, dass die Ergebnisse kontrolliert und in Kürze veröffentlicht würden.
Die oben aufgeführten Zahlen sind nur ein kleiner Ausschnitt.


03:40 Uhr
So langsam werden die ersten Ergebnisse von einzelnen Veranstaltungen bekannt. Die offiziellen Zahlen aus den Counties liegen jedoch noch nicht vor. Zu einem so frühen Zeitpunkt, sind die Zahlen noch nicht repräsentativ. Einen ersten Eindruck kann man allerdings schon gewinnen.


03:10 Uhr
Während es bei den Demokraten erwartungsgemäß eine lange Nacht wird, dürften die Republikaner bereits wieder auf dem Heimweg sein. Auch wenn noch nicht alle Zahlen der GOP vorliegen, zeichnet sich ab, dass Donald Trump ca. 97% aller Stimmen und damit auch alle Delegiertenstimmen gewonnen hat.


02:40 Uhr
In Iowa sind 1% der Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag der Demokraten zu vergeben. Das heutige Ergebnis hat eher einen strategischen und symbolischen Wert, weniger relevant für das Gesamtergebnis.



02:10 Uhr
Es wird nun einige Zeit dauern, bis die ersten Zahlen vorliegen. Zunächst werden sich nun überall in Iowa die Teilnehmenden der Caucuses aufteilen und so ihre Präferenz äußern.


02:00 Uhr
Der IOWA Caucus hat begonnen!


01:55 Uhr
Der Fokus liegt heute insbesondere auf Biden, Sanders und Warren. Für Amy Klobuchar und Pete Buttigieg geht es heute aber um besonders viel. Ihnen kann eine Überraschung gelingen, aber auch das Ende ihrer Kandidaturen, insbesondere bei Amy Klobuchar, ist nicht auszuschließen. Sie müssen Delegierte gewinnen. Pete Buttigieg hofft sogar auf einen Sprung unter die Top 3.


01:45 Uhr
Vor vier Jahren gewann Hillary Clinton in Iowa mit rund 0,3 äußerst knapp gegen Bernie Sanders. Ted Cruz konnte den Vorwahlauftakt gegen Donald Trump gewinnen. 


01:30 Uhr
Noch 30 Minuten haben die Einwohner Iowas Zeit zu den 1678 Veranstaltungsorten der diesjährigen Caucuses zu gelangen. Sie können sich vor Ort noch als demokratische Wählerinnen und Wähler registrieren lassen und damit Zugang zum Caucus erhalten. Wer bis 02:00 Uhr deutscher Zeit nicht dort ist, kann auch nicht mehr teilnehmen.


01:25 Uhr
Selten war ein Caucus so schwer zu prognostizieren, wie in diesem Jahr. Die hohe Anzahl der Kandidatinnen und Kandidaten, die 15%-Hürde, um die herum sich einige Demokraten laut Umfragen bewegen und die Chance einmalig erneut abzustimmen, sofern man für einen Kandidaten gestimmt hat, der in diesem konkreten Wahlbezirk unter 15% geblieben ist, macht eine seriöse Vorhersage praktisch unmöglich.


01:05 Uhr
Auch die Republikaner stimmen heute in Iowa ab. Da Donald Trump praktisch als gesetzt gilt, sind die Vorwahlen 2020 bei der GOP lediglich ein formaler Akt. Sollten sich dennoch interessante Entwicklungen ergeben, werde ich es hier erwähnen. 


00:45 Uhr

1. First Round
In diesem "ersten Wahlgang" werden alle Stimmen gezählt, die die jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten erzielen konnten.

2. Final Round
Die Wählerinnen und Wähler, die in der First Round einen Kandidaten gewählt haben, der nicht die erforderliche 15%-Hürde übersprungen hat, dürfen in einem "zweiten Wahlgang" erneut wählen. Somit kann sich das Ergebnis der First Round nochmal verschieben.

3. Delegierte
Die Anzahl der Delegierten, die die jeweiligen Kandidaten aufgrund der Ergebnisse des Caucus gewonnen haben. Die Zahl wird dann nochmal übertragen in die National Delegates.


00:35 Uhr
In diesem Jahr finden beim Iowa Caucus auch sog. Satellite Caucuses statt. Die Demokraten haben diese eingeführt für diejenigen, denen es nicht möglich ist, um 19:00 Central Time in ihrem Wahlbezirk am Caucus teilzunehmen. So finden die Satellite Caucuses beispielsweise in Fabriken oder Krankenhäuser statt, so dass die Interessenten weder ihren Arbeitsplatz verlassen, noch auf eine Teilnahme am Caucus verzichten müssen. Es gibt auch Satellite Caucuses im Ausland, etwa in Paris oder Glasgow. Diese Satellite Caucuses laufen bereits, bzw. sind zum Teil schon abgeschlossen.


00:25 Uhr
Start des Live-Tickers zum Iowa Caucus


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In der kommenden Nacht starten die Vorwahlen in der USA. Der Iowa Caucus beginnt um 19:00 Uhr (Central Time), das heißt also um 02:00 Uhr deutscher Zeit. Wie gewohnt, ist also mit ersten Ergebnissen auch nicht vor den frühen Morgenstunden zu rechnen.
Alle wichtigen Entwicklungen könnt Ihr hier in der kommenden Nacht im Live-Ticker verfolgen.

Wie genau der Iowa Caucus funktioniert, habe ich HIER erklärt.

HIER findet Ihr noch weitere Infos zum Bundesstaat Iowa und die Bedeutung der dortigen Vorwahlen.

Die wichtigsten Daten im Überblick


Es handelt sich beim Iowa Caucus um einen Closed Caucus. Das bedeutet, nur registrierte demokratische Wählerinnen und Wähler sind auch wahlberechtigt. Je nach Wahlbeteiligung werden wohl zwischen 180.000 und 240.000 Einwohner am Iowa Caucus der Demokraten teilnehmen. Ich rechne damit, dass die Wahlbeteiligung höher sein wird als 2016. Vor vier Jahren stimmten etwa 171.000 ab.

Es werden 41 gebundene Delegierte vergeben. Das sind etwa 1,03 % aller Delegierten, die bei den Vorwahlen der Demokraten 2020 zu vergeben sind. Hinzu kommen noch 8 Superdelegierte, die bei der National Convention erst in einem möglichen zweiten Wahlgang wahlberechtigt sind.
Von diesen 8 Superdelegierten, die jederzeit frei ihre Meinung ändern können und ungebunden sind, würden derzeit wohl 3 für Joe Biden stimmen, 1 für Pete Buttigieg. Bei den übrigen 4 sind keine Präferenzen bekannt.

Bernie Sanders (48608403282)
Bernie Sanders by Gage Skidmore
In den Umfragen für den gesamten Bundesstaat Iowa lag zuletzt durchschnittlich Bernie Sanders vorn.

1. Sanders 24,2 %
2. Biden 20,2 %
3. Buttigieg 16,4 %
4. Warren 15,6 %
5. Klobuchar 8,6 %
6. Yang 3,6 %
...
Mike Bloomberg tritt in Iowa nicht an.

In Iowa gibt es eine 15%-Hürde zum Erreichen von Delegiertenstimmen. Diese gilt landesweit, wie auch in jedem einzelnen Wahlkreis. Erreicht ein Kandidat nach dem ersten Durchgang keine 15%, sondern nur 13% dürfen diese 13% nochmal abstimmen. Entweder für eine Kandidatin oder einen Kandidaten die oder der schon sicher über 15% liegt oder sie werben bei Wählern anderen Kandidaten, die ebenfalls unter 15 % sind um Unterstützung, um doch noch den eigenen Kandidaten über die Hürde zu bringen. Wer bereits für einen 15%+X Kandidaten abgestimmt hat, darf nicht noch ein zweites Mal wählen.

Aus diesem Grund ist eine seriöse Prognose über den Ausgang des Iowa Caucus kaum möglich. Es ist anzunehmen, dass Bernie Sanders und Joe Biden sehr häufig den Sprung über die 15% nehmen werden. Aber was ist mit Pete Buttigieg und Elizabeth Warren? Bleiben sie häufiger unter 15% und gelingt es ihnen nicht, im "zweiten Wahlgang" diese Hürde zu überspringen, könnten sie überproportional weniger Delegierte erreichen, als es rechnerisch vom reinen Wahlergebnis aus dem "ersten Wahlgang" möglich wäre.

Es könnte aber auch sein, dass gerade die Wackelkandidaten locker den Sprung über die 15% schaffen, weil sich deren Unterstützer gewiss sein können, im Zweifel noch ein zweites Mal abstimmen zu dürfen. Anders als bei einem klassischen Primary, wäre die Stimme dann nicht verloren, sollte der Kandidat die Hürde nicht überspringen.

Ich rechne damit, dass Sanders, Biden, Buttigieg und Warren Delegiertenstimmen erreichen werden. Sollte Amy Klobuchar regelmäßig an der 15%-Hürde scheitern, dürften insbesondere die beiden anderen moderaten Kandidaten Biden und Buttigieg davon profitieren. Bernie Sanders könnte davon profitieren, wenn Elizabeth Warren das ein oder andere Mal den Sprung über die 15% nicht schafft.

Ich könnte mir ein Ergebnis vorstellen, wonach Sanders und Biden am Ende 11 bis 13 Delegierte gewinnen werden. Buttigieg und Warren könnten demnach auf 8 bis 10 Delegierte kommen.
Amy Klobuchar dürfte nur Außenseiterchancen haben. Alle übrigen Kandidaten haben aus meiner Sicht keine realistische Aussichten auf Delegiertenstimmen.


Die wichtigsten Fragen zum Ausgang des Iowa Caucus


In gewisser Weise kann man beim Iowa Caucus nicht viel gewinnen, aber eine Menge verlieren. Das gilt insbesondere für jene Kandidaten, die ohnehin nicht zum vermeintlichen Spitzentrio gehören.
Zwei Trios der Demokraten stehen heute Nacht besonders im Fokus:
Für Sanders und Biden geht es um die Pole-Position und für Warren darum, nicht aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit zu geraten.
Für Pete Buttigieg, Amy Klobuchar und Andrew Yang geht es um sehr viel, wenn nicht sogar um alles.

Sanders oder Biden - links-progressiv oder moderat

 

Der Iowa Caucus könnte heute einen ersten Fingerzeig liefern, welches Lager der Demokraten besser mobilisieren kann. Die linken Sanders und Warren kommen zusammen in etwa auf ähnliche Zustimmungswerte wie die moderaten Biden und Buttigieg. Sanders und Warren wollen radikalere Umbrüche in der US-Politik, Biden und Buttigieg vertreten gemäßigte Standpunkte und umwerben zudem von Trump enttäuschte oder abgestoßene Republikaner. 

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Joe Biden by Gage Skidmore
Kommen nun Biden und Buttigieg nur auf den Plätzen 3 und 4 oder 2 und 4 ins Ziel, fängt im moderaten Lager die Diskussion an, ob man richtig aufgestellt sei. Es wäre ein Traumergebnis für Mike Bloomberg, der sich dann als Retter in der Not präsentieren könnte.
Haben dagegen Sanders und Warren eher das Nachsehen, dürften im linken Lager die Stimmen laut werden, sich zusammenzuschließen.


Für Warren geht es bereits um mehr als nur eine solide Ausgangslage


Das könnte ohnehin für Elizabeth Warren eine große Herausforderung werden. Schließt sie schwächer als erwartet ab oder geht sogar leer aus, wird das Sanders-Lager sie dazu drängen, ihre Unterstützung für den Senator aus Vermont zu erklären. Denn auch bei der zweiten Vorwahl in New Hampshire stehen die Chancen für Sanders besser als für Warren.
Elizabeth Warren (48590081057)
Elizabeth Warren by Gage Skidmore
Warrens Aufschwung könnte dann zwar noch im März kommen, aber der Druck würde sich unangenehm erhöhen.
Die Senatorin aus Massachusetts könnte heute Nacht aber auch den Spieß umdrehen. Gelingt ihr eine Überraschung und liegt sie gleichauf oder sogar noch vor Sanders, kann Warren eben diese Forderung auch in die andere Richtung stellen. Und angesichts der hohen Erwartungen, die im Sanders-Lager bestehen, wäre die Enttäuschung und der Druck dort wohl noch etwas höher.


Alles oder nichts für Pete Buttigieg

 

Pete Buttigieg ist neben diesen Dreien und Mike Bloomberg der einzige, der sich wohl noch entfernt Chancen ausrechnet, eine längere Zeit eine gewichtige Rolle in den Vorwahlen der Demokraten zu spielen.

Pete Buttigieg (48646612497)
Pete Buttigieg by Gage Skidmore
Scheitert er in der kommenden Nacht und geht leer aus, wäre dies ein so großer Rückschlag, dass er wohl kaum bis zum Super Tuesday Anfang März durchhalten wird. Das Mindestziel für Buttigieg ist das Erreichen von Delegiertenstimmen, am besten im zweistelligen Bereich. Schneidet dagegen Joe Biden besonders schwach ab und Buttigieg kommt sogar vor dem früheren Vizepräsidenten ins Ziel, könnte dies nochmal viel Schwung für Buttigiegs Wahlkampf bedeuten.


Klobuchar und Yang stehen vor dem Aus


Noch dramatischer ist die Situation für Amy Klobuchar und Andrew Yang. Beide haben, ähnlich wie Buttigieg, ihren Fokus voll auf Iowa gelegt. Gehen sie leer aus, ist bereits in Kürze mit dem Ende ihrer Kandidaturen zu rechnen.

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Amy Klobuchar by Gage Skidmore
Amy Klobuchar hat zwar zuletzt einen starken Aufschwung in den Umfragen erlebt, aber es ist mehr als fraglich, ob dies noch reichen wird. Wenn nicht in Iowa, wo sollte Klobuchar sonst in Kürze punkten? Die Senatorin aus Minnesota hat stets betont, dass sie praktisch aus der Gegend komme - Minnesota grenzt im Süden an Iowa.
Reicht es für sie in Iowa nicht, wird Klobuchar keine vernünftige Erklärung geben können, weshalb sie eine aussichtsreiche Kandidatin für New Hamsphire, Nevada und South Carolina sein sollte.

Andrew Yang (48571522087)
Andrew Yang by Gage Skidmore
Bei Andrew Yang sieht es etwas anders aus, aber im Prinzip mit derselben Konsequenz. Es gibt sicherlich Bundesstaaten, in denen Yang bessere Chancen haben dürfte, als in dem Agrarland Iowa. Für Yang besteht aber das Problem, dass er kaum mal auf Umfragewerte gekommen ist, die ihn auch nur in die Nähe der 15%-Hürde rücken würde, die es auch in anderen Bundesstaaten gibt. Yang hat enorm viele Auftritte in Iowa absolviert. Anders als Tom Steyer der sich eher auf die Vorwahlen in South Carolina und Nevada konzentriert, muss Yang also schon in der kommenden Nacht punkten. Gelingt ihm keine Überraschung, etwa durch perfekt organisierte Wahlkampfteams vor Ort, die beim Caucus noch versuchen, andere Teilnehmer zu beeinflussen und umzustimmen, dürfte Yang heute nur eine Nebenrolle spielen. Mit dem Ende seiner Kandidatur muss gerechnet werden. Möglich aber auch, dass er den Super Tuesday noch mitnehmen will, quasi als Dankeschön an seine vielen Anhänger, die er insbesondere im Online-Wahlkampf gewonnen hat.


Die übrigen Kandidaten spielen kaum eine Rolle


Klar ist, dass einige Kandidaten wie Michael Bennet, Deval Patrick oder Tulsi Gabbard ohnehin keine Chance haben, die Vorwahlen erfolgreich abzuschließen. Für sie könnte in der kommenden Nacht auch schon Schluss sein. Tom Steyer wird angesichts starker Umfragewerte in Nevada und insbesondere South Carolina weitermachen, egal wie schwach sein Ergebnis beim Iowa Caucus ausfallen wird.


Auch die Republikaner stimmen ab


Nicht nur die Demokraten stimmen über die Kandidatinnen und Kandidaten ab, auch die Republikaner sind aufgefordert, ihr Votum abzugeben. US-Präsident Donald Trump hat mit Joe Walsh und Bill Weld aber keine ernsthaften Gegenkandidaten. Es wird erwartet, dass Trump alle Delegiertenstimmen gewinnen wird. Sollte dennoch einer der beiden anderen Kandidaten etwas Zählbares mitnehmen, hätte dies für Trump zwar faktisch keine Bedeutung, ein Signal der Unzufriedenheit wäre aber nicht wegzudiskutieren.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Biden, Kandidat des Establishments, ist entzaubert. Die Urkaine-Geschichte seines Sohns wird er auch nicht los.

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