DemokratenRepublikanerUnabhängigVakant / nicht eindeutig
Wissenswertes · Präsidentschaftswahl
Vorwahlen in den USA
Wie werden aus vielen Bewerbern die Präsidentschaftskandidaten von Demokraten und Republikanern? Zuerst muss aus einer politischen Absicht überhaupt eine formale Kandidatur werden. Danach stimmen Wähler in Primaries und Caucuses über ihre Favoriten ab. Entscheidend ist am Ende aber nicht die Zahl gewonnener Bundesstaaten, sondern wie viele Delegierte ein Kandidat für den Nominierungsparteitag gewinnt.
Das Grundprinzip: Kandidatur → Primaries und Caucuses → Delegierte → Mehrheit → Nominierungsparteitag. Erst danach steht der Präsidentschaftskandidat einer Partei offiziell fest.
Bevor die Vorwahl beginnt
Wie wird man Präsidentschaftskandidat?
Um eine Kandidatur zu erklären, müssen verfassungsrechtliche Voraussetzungen, die Registrierung der Kampagne auf Bundesebene und der Zugang zu den Stimmzetteln der einzelnen Bundesstaaten voneinander unterschieden werden.
1
Verfassungsrechtlich wählbar
Präsident werden kann nur, wer natural-born citizen der USA ist, mindestens 35 Jahre alt ist und seit mindestens 14 Jahren in den Vereinigten Staaten ansässig war.
2
Bundesweite Kampagne registrieren
Wer für ein Bundesamt kandidiert und mehr als 5.000 US-Dollar an Beiträgen einnimmt oder Ausgaben tätigt, gilt nach dem Bundeswahlkampffinanzierungsrecht als Kandidat. Innerhalb von 15 Tagen ist bei der Federal Election Commission (FEC) ein Statement of Candidacy (Form 2) einzureichen und ein Principal Campaign Committee zu benennen.
3
Auf die Vorwahlzettel gelangen
Die FEC-Registrierung allein schafft keinen landesweiten Ballot Access. Für jeden Bundesstaat beziehungsweise jedes Territorium gelten eigene Fristen, Unterschriften-, Gebühren- oder Anerkennungsregeln. Zuständig sind die jeweiligen Wahlbehörden und zusätzlich die Regeln der Partei.
Praktisch heißt das: Ein Bewerber kann öffentlich eine Präsidentschaftskampagne beginnen, muss aber anschließend die bundesrechtliche Kampagnenregistrierung und die zahlreichen bundesstaatlichen beziehungsweise parteiinternen Zugangsvoraussetzungen parallel organisieren.
Zwei Wege der Stimmabgabe
Primary oder Caucus – was ist der Unterschied?
Die Parteien wählen ihre Präsidentschaftskandidaten nicht in einer einzigen landesweiten Vorwahl. Stattdessen findet über mehrere Monate hinweg eine Reihe einzelner Wettbewerbe in Bundesstaaten und Territorien statt. Dabei gibt es zwei grundlegende Formen.
Primary
Eine Wahl mit Stimmzettel
Ein Primary ähnelt einer gewöhnlichen Wahl. Die Wähler stimmen für einen Präsidentschaftsbewerber – je nach Bundesstaat am Wahltag, per Briefwahl oder bereits während einer Early-Voting-Phase.
geheime Stimmabgabe
häufig durch Wahlbehörden des Bundesstaates organisierte Wahllokale
Brief- und Frühwahl je nach Bundesstaat möglich
heute die deutlich häufigere Form
Caucus
Ein parteiinternes Auswahlverfahren
Caucuses werden stärker von den Parteien selbst organisiert. Möglich sind Versammlungen, parteiinterne Abstimmungen oder mehrstufige Verfahren, aus denen schließlich Delegierte hervorgehen.
Organisation durch die Partei
Regeln unterscheiden sich besonders stark
teilweise feste Versammlungsorte und -zeiten
heute wesentlich seltener als Primaries
Demokraten 2024
46Primaries / party-run Primaries
9Caucus-Verfahren
Republikaner 2024
41Primaries
14Caucus-/Convention-Verfahren
Zählweise 2024: gezählt sind die delegiertenverteilenden Wettbewerbe nach ihrer üblichen Bezeichnung. Hybride oder parteieigene Verfahren – etwa party-run Primaries – können in einzelnen Quellen anders kategorisiert werden. Entscheidend ist der Trend: Beide Parteien nutzen heute überwiegend Primaries.
Zugang zur Vorwahl
Wer darf teilnehmen?
Ob sich Wähler vorher einer Partei zuordnen müssen, hängt vom jeweiligen Bundesstaat und teilweise von der Partei ab. Die Begriffe werden in Fachquellen nicht überall völlig identisch verwendet.
Closed PrimaryGrundsätzlich nehmen nur Wähler teil, die für die betreffende Partei registriert sind.Semi-closed PrimaryNeben registrierten Parteianhängern dürfen häufig auch parteiunabhängig registrierte Wähler teilnehmen.Open PrimaryEine vorherige Registrierung für diese Partei ist nicht erforderlich. Gewählt wird dennoch nur in einer Parteivorwahl.MischformenEinige Bundesstaaten verwenden eigene Regeln, etwa zur Registrierung der gewählten Parteivorwahl oder zum Wechsel der Parteizugehörigkeit.
Maßgeblich sind immer die konkreten Regeln des Bundesstaates und der jeweiligen Partei – nicht allein das Etikett „open“ oder „closed“.
Und wie kann ein Caucus aussehen?
Versammlungs-Caucus
Parteimitglieder kommen zu einem festen Zeitpunkt an lokalen Orten zusammen. Präferenzen können offen oder geheim abgegeben werden.
Party-run ballot
Die Partei organisiert selbst eine eher wahlähnliche Stimmabgabe – teils mit Brief-, Preference-Card- oder mehrtägigen Verfahren.
Mehrstufiges Caucus-/Convention-System
Lokale Caucuses wählen Vertreter für weitere Ebenen bis hin zu District- oder Bundesstaatsparteitagen, auf denen Delegierte bestimmt werden.
Zu beachten: Das bekannte Bild aus früheren Iowa-Caucuses, bei denen sich Unterstützer sichtbar in Gruppen aufstellen, zeigt nur eine mögliche Form. „Caucus“ beschreibt keine feste Abstimmungsform. Zugang, Öffentlichkeit der Präferenz, Abstimmungsweg und die weitere Delegiertenauswahl können je nach Partei und Bundesstaat deutlich variieren.
Der entscheidende Mechanismus
Stimmen sind noch keine Delegierten
Das Vorwahlergebnis dient als Basis zur Berechnung der Delegiertenvergabe. Die Partei wendet ihre Vergaberegeln an und berechnet daraus die Delegierten. Genau hier unterscheiden sich die Systeme besonders stark. Exemplarisch sind zwei typische Beispiele zunächst vereinfacht dargestellt.
1 · StimmenBeispiel:
A50%
B30%
C12%
D8%
→
2 · Vergaberegel
ProportionalBeispiel Demokraten: Nur Kandidaten mit mindestens 15 % auf der jeweiligen Vergabeebene werden berücksichtigt.
Winner-take-all / Winner-take-mostDer Sieger erhält alle Delegierten oder einen besonders großen Anteil; je nach Regel können andere Kandidaten noch Delegierte behalten.
→
3 · Delegierte
Proportionales ErgebnisA und B teilen die Delegierten nach der Formel. C und D gehen in diesem Beispiel unter 15 % leer aus.
AAAAAABBBB
SiegerbonusWinner-take-all: A könnte alle erhalten. Winner-take-most: A erhält den größten Block, B möglicherweise einen kleineren Rest.
→
4 · MehrheitFür die Nominierung zählt am Ende die Delegiertenmehrheit auf dem Parteitag.
Nicht die Zahl der gewonnenen Bundesstaaten entscheidet über die Nominierung. Entscheidend ist die Zahl der gewonnenen Delegierten.
Zwei Parteien, zwei Regelwerke
Demokraten und Republikaner im Vergleich
Demokraten
Stärker vereinheitlichte Regeln
Grundmodellproportionale Delegiertenvergabe
Schwelle15-%-Viability-Schwelle auf der jeweiligen Vergabeebene
VergabeebenenDistrict, bundesstaatweit At-large und pledged PLEO
Zusätzlichautomatic delegates mit eigener Rolle auf der Convention
Republikaner
Mehr Spielraum für Parteiverbände der Bundesstaaten
Grundmodellproportional, Winner-take-most oder Winner-take-all je nach Zeitpunkt und Regel des Bundesstaates
SchwellenMindest- und Mehrheitsschwellen des Bundesstaates innerhalb der RNC-Grenzen
Vergabeebenenbundesstaatweit, Congressional Districts oder Kombinationen
ZusätzlichRNC-Mitglieder gehören zur Delegation des Bundesstaates
Demokratische Partei
Wie die Demokraten Delegierte vergeben
Die Demokraten verteilen pledged delegates proportional. Die 15-%-Schwelle wird dabei auf jeder Vergabeebene getrennt angewendet: zunächst in den einzelnen Delegate Districts, anschließend nochmals für die bundesstaatweit vergebenen At-large- und pledged-PLEO-Delegierten.
Referenz 20243.949 pledged delegate votesDiese wurden durch Vorwahlen beziehungsweise Caucus-/Convention-Verfahren verteilt.
2.566District-level
893At-large
490Pledged PLEO
746Automatic / unpledged – nicht über die Vorwahl vergeben
Die Gesamtzahlen für 2028 stehen noch nicht endgültig fest. Die 2024-Zahlen zeigen deshalb die tatsächliche Größenordnung und die verschiedenen Delegiertenkategorien des zuletzt abgeschlossenen Zyklus.
Ein vollständigeres Beispiel mit sieben Districts
Angenommen, ein Beispiel-Bundesstaat verfügt über 49 pledged delegates: 35 District-level, 9 At-large und 5 pledged PLEO. Bundesstaatweit lautet das Ergebnis: A 40 %, B 28 %, C 19 %, D 9 %, E 4 %.
35District-level 7 Districts × 5
+
9At-large bundesstaatweit
+
5Pledged PLEO bundesstaatweit
=
49pledged delegates
Bundesstaatweite Ebene
A40 %
B28 %
C19 %
D9 %
E4 %
15-%-Hürde bundesstaatweit: Nur A, B und C nehmen an der Vergabe der 9 At-large- und 5 pledged-PLEO-Delegierten teil. Ihre 87 Prozentpunkte werden für diese beiden Töpfe neu auf 100 % gewichtet.
Bundesstaatweite Delegiertenverteilung
Nach proportionaler Neuberechnung und den DNC-Rundungsregeln ergeben sich in diesem Beispiel:
At-large · 9A 4 · B 3 · C 2
Pledged PLEO · 5A 2 · B 2 · C 1
Zwischenstand: Aus den 14 bundesstaatweit vergebenen pledged delegates erhält A 6, B 5 und C 3. D und E erhalten hier keine.
Die Districts werden separat gerechnet
Nun werden die 35 District-level delegates auf sieben Districts mit je fünf Delegierten verteilt. Auch dort gilt jeweils die 15-%-Schwelle. Wer bundesstaatweit unter 15 % liegt, kann deshalb trotzdem in einem einzelnen District Delegierte gewinnen.
District 1 · A vorneA 3 · B 1 · C 1
District 2 · A vorneA 2 · B 2 · C 1
District 3 · B vorneA 2 · B 2 · C 1
District 4 · A vorneA 3 · B 1 · C 1
District 5 · B vorneA 2 · B 2 · C 1
District 6 · A vorneA 2 · B 2 · C 1
District 7 · D vorneA 2 · B 1 · D 2
Warum D trotz nur 9 % bundesstaatweit Delegierte erhält: Im siebten District erzielt D beispielsweise 29 %, A 28 %, B 22 %, C 14 % und E 7 %. Dort überschreiten A, B und D die 15-%-Schwelle. Die fünf District-Delegierten werden unter ihnen proportional verteilt – A 2, B 1, D 2. C scheitert in diesem District knapp an 15 %, obwohl C bundesstaatweit 19 % erreicht.
District-level: A 16 · B 11 · C 6 · D 2At-large + PLEO: A 6 · B 5 · C 3Gesamt: A 22 · B 16 · C 9 · D 2 · E 0 = 49 pledged delegates
„Einen District gewinnen“ ist bei den Demokraten nicht gleichbedeutend mit „alle Delegierten dieses Districts bekommen“. Auch dort bleibt die Vergabe proportional.
Republikanische Partei
Warum das republikanische System stärker variiert
Die RNC-Regeln setzen einen nationalen Rahmen, lassen den Parteiverbänden der Bundesstaaten aber erheblichen Spielraum. Deshalb kann dasselbe Stimmenverhältnis in zwei Bundesstaaten zu einer sehr unterschiedlichen Delegiertenverteilung führen.
Proportional
Delegierte werden nach Stimmenanteilen auf mehrere Kandidaten verteilt.
Mit Mindesthürde
Nur Kandidaten oberhalb einer zulässigen Schwelle nehmen an der Delegiertenvergabe teil.
Statewide + Districts
Ein Teil wird nach dem bundesstaatweiten Ergebnis, ein anderer nach Ergebnissen in Congressional Districts vergeben.
Winner-take-most
Der Sieger bekommt einen deutlich überproportionalen Anteil – beispielsweise einen bundesstaatweiten Delegiertenblock –, während andere Kandidaten noch einzelne District- oder Restdelegierte erhalten können.
Winner-take-all
Der Sieger erhält sämtliche zur Vergabe stehenden Delegierten – soweit Zeitpunkt und RNC-Regeln dieses Verfahren zulassen.
Ähnlichkeit zu den Demokraten: Proportionale Verteilung, Mindesthürden und eine Aufteilung in bundesstaatweite und District-Delegierte funktionieren in ihrer Grundidee ähnlich. Die entscheidenden Unterschiede liegen aber in den konkreten Schwellen, Rundungsregeln, möglichen Siegerboni und dem wesentlich größeren Spielraum der republikanischen Parteiverbände in den Bundesstaaten.
Aktuelle RNC-Regel für 2028: Wettbewerbe vor dem 15. März müssen grundsätzlich proportional vergeben. Eine Mindestschwelle darf dabei höchstens 20 % betragen; eine Schwelle, oberhalb derer ein Kandidat alle Delegierten erhalten kann, darf nicht unter 50 % liegen. Iowa, New Hampshire, South Carolina und Nevada dürfen bereits ab Januar vor dem allgemeinen Startfenster antreten.
Größe der Delegationen der Bundesstaaten
Warum hat ein Bundesstaat mehr Delegierte als ein anderer?
Die Einwohnerzahl allein entscheidet nicht. Beide Parteien berechnen die Größe der Delegationen ihrer Bundesstaaten nach eigenen Formeln und beziehen dabei auch politische Faktoren ein.
Demokraten
Bundesweite Parteiformel
Die demokratische Basisverteilung orientiert sich traditionell sowohl am Gewicht eines Bundesstaates im Electoral College als auch an der demokratischen Stimmenstärke vergangener Präsidentschaftswahlen. Hinzu kommen weitere Delegiertenkategorien und mögliche Bonusregeln.
Die konkrete 2028-Verteilung wird mit den nationalen Parteiregeln und den genehmigten Delegate Selection Plans der Bundesstaaten festgelegt.
Republikaner
Mehrere feste Bausteine
Die aktuellen RNC-Regeln setzen die Delegation eines Bundesstaates aus mehreren Bestandteilen zusammen:
10At-large-Basisdelegierte je Bundesstaat
3×Delegierte je Mitglied des US-Repräsentantenhauses
3RNC-Mitglieder des Parteiverbands im Bundesstaat
+weitere At-large-Delegierte für bestimmte republikanische Wahlerfolge
Pledged, automatic, unpledged
Was sind „Superdelegierte“ – und wann dürfen sie abstimmen?
Demokraten
Pledged Delegates
Sie werden über Vorwahl- und Caucus-Ergebnisse einem Präsidentschaftsbewerber zugeordnet und sollen auf dem Parteitag in good conscience die Präferenz der Wähler widerspiegeln.
Demokraten
Automatic Delegates
Bestimmte DNC-Mitglieder, demokratische Mitglieder des Kongresses und Gouverneure sowie bestimmte distinguished party leaders erhalten ihren Delegiertenstatus kraft Amtes beziehungsweise Parteifunktion. Sie werden nicht durch das Vorwahlergebnis gewählt.
Unpledged
Was bedeutet „unpledged“?
Unpledged heißt: Diese Delegierten sind nicht durch die Ergebnisse von Primaries oder Caucuses an einen bestimmten Präsidentschaftsbewerber gebunden. Bei den Demokraten sind die automatic delegates die zentrale unpledged-Gruppe.
Bis einschließlich 2016Superdelegierte konnten bereits im ersten Wahlgang mitstimmen.
Damit konnten Parteifunktionäre und Amtsträger theoretisch auch in einem noch offenen Rennen erheblichen Einfluss auf die erste Abstimmung nehmen.
→
Reform ab 2020Im offenen ersten Wahlgang stimmen grundsätzlich nur pledged delegates.
Automatic delegates dürfen im ersten Wahlgang nur dann mitstimmen, wenn ein Kandidat bereits so viele pledged delegates gesichert hat, dass diese Zahl einer Mehrheit aller pledged und automatic delegate votes entspricht. Ab einem zweiten Wahlgang dürfen pledged und automatic delegates gemeinsam abstimmen.
Was die Reform konkret bewirkt: Automatic delegates können bei einem wirklich offenen ersten Wahlgang nicht mehr erst die entscheidende Mehrheit herstellen. Ist die Nominierung durch pledged delegates bereits mathematisch eindeutig entschieden, dürfen sie dagegen schon im ersten Wahlgang teilnehmen.
Republikaner: Auch bei der GOP gehören Parteifunktionäre zur Delegation des Bundesstaates. Die aktuellen RNC-Regeln nennen den National Committeeman, die National Committeewoman und den Vorsitzenden des Parteiverbands im Bundesstaat. Ob und wie sie gebunden sind, richtet sich nach den geltenden nationalen Regeln und den Regeln des jeweiligen Bundesstaates.
Delegierte nach einem Rückzug
Was passiert, wenn ein Kandidat aussteigt?
Ein Rückzug beendet nicht automatisch die Bedeutung bereits gewonnener Delegierter. Entscheidend sind die Regeln der Partei und des Bundesstaates.
Bindung kann fortbestehen
Delegierte können trotz eines Rückzugs zunächst an den Kandidaten gebunden bleiben.
Freigabe ist regelabhängig
Unter bestimmten Voraussetzungen können Delegierte später frei werden oder anders abstimmen.
Keine einfache „Übertragung“
Ein ausgeschiedener Kandidat besitzt seine Delegierten nicht wie Stimmen auf einem Konto und kann sie nicht beliebig an einen Konkurrenten weiterreichen.
Aktuelles RNC-Beispiel: Die republikanischen Regeln verlangen von Parteiverbänden in Bundesstaaten, die Delegierte nach Rückzug oder Aussetzung einer Kampagne lösen wollen, entsprechende Kriterien in ihren Regeln festzulegen.
Präsidentschaftszyklus 2028
Was steht für 2028 bereits fest?
Die vollständigen Vorwahlverfahren der Bundesstaaten entstehen schrittweise. Der frühe demokratische Kalender ist inzwischen jedoch offiziell beschlossen. Bei den Republikanern stehen wichtige nationale Zeit- und Vergaberegeln fest.
Historischer Bruch mit der Iowa-Tradition
Seit 1972 hatte Iowa den modernen demokratischen Nominierungsprozess traditionell eröffnet. Der eigentliche Bruch erfolgte bereits 2024: Der DNC setzte South Carolina am 3. Februar 2024 an die Spitze seines offiziellen Präsidentschaftskalenders. Iowa hielt zwar am 15. Januar weiterhin Parteicaucuses ab, dort wurde aber keine Präsidentschaftspräferenz ermittelt; diese wurde separat per Preference Cards erfasst und erst am 5. März veröffentlicht. 2028 setzt diese neue Reihenfolge fort – und wird erstmals seit 1972 ein offener demokratischer Nominierungswettbewerb ohne Iowa an erster Stelle sein.
Der DNC begründet die neue Reihenfolge vor allem mit einem vielfältigeren Wählertest, wichtigen Battleground States und einem frühen Wettbewerb, der auch für weniger finanzstarke Kandidaten bezahlbar bleiben soll. Black, Latino, gewerkschaftlich organisierte, junge und nicht akademisch geprägte Wähler sollen früher stärker in die Auswahl einbezogen werden.
Demokraten
6 frühe Bundesstaaten
Der DNC hat am 15. August 2026 die sechs Wettbewerbe vor Super Tuesday offiziell beschlossen.
South Carolina
Nevada
New Hampshire
New Mexico
Michigan
Virginia
Republikaner
4 Ausnahme-Bundesstaaten
Iowa, New Hampshire, South Carolina und Nevada dürfen nach den aktuellen RNC-Regeln bereits ab Januar vor dem allgemeinen Startfenster Wettbewerbe durchführen. Für andere Bundesstaaten gilt grundsätzlich frühestens der 1. März.
Vor dem 15. März: Delegiertenvergabe grundsätzlich proportional innerhalb der RNC-Vorgaben.
Noch nicht vollständig fest: Welche konkrete Primary-/Caucus-Form, Zugangsvoraussetzung und Delegiertenformel jeder einzelne Bundesstaat 2028 verwendet, wird erst mit den Gesetzen der Bundesstaaten und den Parteiplänen vollständig sichtbar. US-Wahl.de ergänzt diese Detailübersicht, sobald die Regeln belastbar feststehen.
Als Super Tuesday wird ein Dienstag bezeichnet, an dem besonders viele Bundesstaaten gleichzeitig ihre Präsidentschaftsvorwahlen abhalten. An einem einzigen Tag wird dadurch ein großer Block von Delegierten vergeben.
VorherFrühe Bundesstaaten können Aufmerksamkeit erzeugen, Spenden verändern und Kandidaten überraschend stärken oder schwächen.
Super Tuesday
DanachEin Kandidat muss gleichzeitig in vielen Regionen organisatorisch, finanziell und bei der Delegiertenmathematik konkurrenzfähig sein.
Der Super Tuesday ist deshalb häufig der Moment, an dem sich aus einem breiten Bewerberfeld ein deutlich engeres Rennen entwickelt.
Taktisches Wählen
Kann man die Vorwahl der anderen Partei absichtlich beeinflussen?
Bei offenen oder vergleichbaren Vorwahlsystemen kann theoretisch auch ein Wähler teilnehmen, der die betreffende Partei bei der späteren Präsidentschaftswahl gar nicht unterstützen will. Als Raiding wird die Strategie bezeichnet, gezielt einen vermeintlich schwächeren oder besonders unerwünschten Kandidaten der anderen Partei zu unterstützen.
Einordnung: Solches taktisches Cross-over-Voting ist möglich, seine tatsächliche Bedeutung für die Gesamtergebnisse von Präsidentschaftsvorwahlen wird aber häufig überschätzt.
Das Ziel der Vorwahlen
Der Nominierungsparteitag
Auf den National Conventions kommen die Delegierten der Parteien zusammen. Dort wird der Präsidentschaftskandidat offiziell nominiert. Häufig steht der Sieger faktisch schon Monate vorher fest, weil ein Bewerber genügend Delegierte gesammelt hat und die Konkurrenten ausgeschieden sind.
Der Parteitag nominiert außerdem das Vizepräsidentschaftsticket, präsentiert Partei und Kandidaten und beschließt beziehungsweise präsentiert das Parteiprogramm. Sollte niemand die erforderliche Mehrheit besitzen, können weitere Wahlgänge nötig werden – eine contested convention.
Mit der Nominierung endet der innerparteiliche Wettbewerb. Danach beginnt die eigentliche Präsidentschaftswahl.
Parteiregeln können sich zwischen den Wahlzyklen ändern. Für aktuelle Details sind deshalb die offiziellen Regelwerke, die FEC, die Wahlbehörden der Bundesstaaten und die jeweiligen Parteiverbände maßgeblich.
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