Aktuelle Lage zwei Wochen vor den Midterms

Noch zwei Wochen bis zur Wahl: Der Kampf um die Mehrheiten im US-Kongress geht in die entscheidende Phase. Gleichzeitig investieren Großspender noch einmal enorme Summen in den Endspurt. Laut Reuters hat Elon Musk im laufenden Wahlzyklus rund 366 Millionen US-Dollar für politische Aktivitäten ausgegeben, vor allem zugunsten republikanischer Kandidaten und Organisationen. Auf demokratischer Seite stellt Michael Bloomberg für die Schlussphase rund 80 Millionen Dollar bereit.

Auch die politische Stimmung hat sich zuletzt weiter zugunsten der Demokraten verschoben. Im aktuellen Generic Congressional Ballot liegen sie im Durchschnitt bei 50,6 Prozent, die Republikaner bei 42,3 Prozent. Donald Trumps Zustimmungswerte bewegen sich gleichzeitig mit etwa 39 Prozent Zustimmung und 60 Prozent Ablehnung auf einem Tiefpunkt.

Senat: viele Rennen bleiben auf der Kippe

Im Senat ist die Mehrheitsfrage trotzdem völlig offen. Die Republikaner verfügen derzeit über 53 Sitze, das demokratische Lager über 47. Für einen Machtwechsel benötigen die Demokraten deshalb einen Nettogewinn von vier Sitzen.

Meine aktuelle Prognose sieht 46 Sitze auf der demokratischen und 44 auf der republikanischen Seite, während zehn Sitze noch offen sind. Insgesamt stufe ich 13 Rennen als offen oder mit Tendenz ein. In neun davon beträgt der Abstand im aktuellen Umfragedurchschnitt weniger als drei Prozentpunkte.

Ein wichtiger Vorteil für die Demokraten ist North Carolina: Den bislang republikanisch gehaltenen Sitz ordne ich inzwischen als sicher demokratisch ein. Gleichzeitig bleiben mehrere weitere republikanische Sitze ernsthaft umkämpft.

→ Zur aktuellen Senatsprognose
→ Zu den aktuellen Senatsumfragen

Repräsentantenhaus: Vorteil für die Demokraten

Im Repräsentantenhaus ist die Entwicklung inzwischen etwas klarer. Für eine Mehrheit sind 218 der 435 Sitze notwendig.

Meine aktuelle Gesamteinstufung sieht 213 Sitze bei den Demokraten und 203 bei den Republikanern. 19 Districts sind noch völlig offen. Davon werden derzeit 14 von Republikanern und nur fünf von Demokraten gehalten.

Wenn alle bereits zugeordneten Districts entsprechend meiner Prognose ausgehen, benötigen die Demokraten nur noch fünf der 19 offenen Sitze für die Mehrheit. Die Republikaner müssten dagegen 15 gewinnen. Gegenüber der aktuellen Sitzverteilung ergibt sich derzeit ein prognostizierter Nettozuwachs von sechs Sitzen für die Demokraten.

→ Zur aktuellen Prognose für das Repräsentantenhaus

Zwei Wochen vor der Entscheidung

Das nationale Umfeld spricht derzeit stärker für die Demokraten als noch vor einigen Monaten. Im Senat bleibt der Ausgang wegen der vielen knappen Rennen dennoch völlig offen. Im Repräsentantenhaus sind die Voraussetzungen für einen Machtwechsel inzwischen deutlich günstiger.

Wer die einzelnen Senatsrennen, die Wege zur Mehrheit und die entscheidenden Congressional Districts genauer verfolgen möchte, findet alle Details in meiner fortlaufend aktualisierten Einordnung:

→ Aktuelle Einordnung zu den Midterms 2026

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