Senatswahl in Florida 2026 - Republikaner können trotz Gegenwind auf Sieg setzen
Bei den vielen für die Republikaner schwierigen Rennen, können sie in Florida 2026 vergleichsweise zuversichtlich auf die Wahl am 03. November blicken. Zwar gehört der Sunshine State nicht mehr zu den Senatsrennen, die ohne Weiteres als sicher republikanisch gelten können. Dennoch ist die Tendenz bislang klar: Im Umfragedurchschnitt führt die republikanische Senatorin Ashley Moody mit 6,4 Prozentpunkten vor der Demokratin Angie Nixon.
Bemerkenswert ist dabei weniger allein die Höhe des Vorsprungs als dessen Beständigkeit. Keine der aktuellen Einzelumfragen sieht Nixon vor Moody. Das ist umso auffälliger, weil das politische Umfeld auf nationaler Ebene derzeit eher den Demokraten entgegenkommt.
Vom Swing State zum republikanischen Vorteil
Noch vor wenigen Jahren gehörte Florida zu den klassischen Swing States der USA. Bei der Senatswahl 2018 gewann der Republikaner Rick Scott gegen den demokratischen Amtsinhaber Bill Nelson mit gerade einmal rund 10.000 Stimmen (0,1 %) Vorsprung. Bei Präsidentschafts-, Senats- und Gouverneurswahlen waren die Abstände lange Zeit entsprechend gering. Nach den ersten Jahren der Biden-Präsidentschaft hat sich Florida deutlich nach rechts orientiert.
Seitdem hat sich Florida allerdings deutlich nach rechts bewegt:
| Wahl | Republikaner | Demokraten | Vorsprung |
|---|---|---|---|
| Präsident 2016 | Donald Trump 49,0 % | Hillary Clinton 47,8 % | R +1,2 |
| Senat 2016 | Marco Rubio 52,0 % | Patrick Murphy 44,3 % | R +7,7 |
| Senat 2018 | Rick Scott 50,1 % | Bill Nelson 49,9 % | R +0,1 |
| Gouverneur 2018 | Ron DeSantis 49,6 % | Andrew Gillum 49,2 % | R +0,4 |
| Präsident 2020 | Donald Trump 51,2 % | Joe Biden 47,9 % | R +3,3 |
| Senat 2022 | Marco Rubio 57,7 % | Val Demings 41,3 % | R +16,4 |
| Gouverneur 2022 | Ron DeSantis 59,4 % | Charlie Crist 40,0 % | R +19,4 |
| Präsident 2024 | Donald Trump 56,1 % | Kamala Harris 43,0 % | R +13,1 |
| Senat 2024 | Rick Scott 55,6 % | Debbie Mucarsel-Powell 42,8 % | R +12,8 |
Besonders die Ergebnisse von 2022 und 2024 zeigen, wie stark sich Florida von seinem früheren Image als nahezu ausgeglichener Swing State entfernt hat. Den letzten demokratischen Sieg bei einer Senatswahl errang Bill Nelson vor 14 Jahren.
Warum findet 2026 überhaupt eine Senatswahl statt?
Die Wahl ist eine Special Election. Marco Rubio war 2022 für eine weitere sechsjährige Amtszeit in den Senat gewählt worden, legte sein Mandat aber im Januar 2025 nieder, nachdem er US-Außenminister unter Donald Trump geworden war.
Floridas Gouverneur Ron DeSantis ernannte daraufhin die damalige Attorney General Ashley Moody zu Rubios Nachfolgerin. Sie wurde am 21. Januar 2025 als Senatorin vereidigt.
Moody ist deshalb zwar Amtsinhaberin, wurde bislang aber noch nicht selbst in den US-Senat gewählt. Die Gewinnerin der Wahl 2026 übernimmt lediglich die verbleibenden zwei Jahre von Rubios ursprünglicher Amtszeit bis Januar 2029. Bereits 2028 wird der Sitz wieder regulär für sechs Jahre gewählt.
Die Vorwahlen
Bei den Republikanern setzte sich Moody sehr deutlich durch. Sie erhielt 79,6 Prozent der Stimmen. Chris Gleason kam auf 13,7 Prozent, Ernie Rivera auf 4,8 Prozent und Neelam Taneja Perry auf 1,9 Prozent.
Spannender verlief die demokratische Vorwahl. Angie Nixon gewann mit 56,1 zu 43,9 Prozent gegen Alex Vindman. Vindman war durch seine Rolle als Zeuge im ersten Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump landesweit bekannt geworden und hatte erheblich mehr Geld für seine Kampagne mobilisiert. Nixons Sieg galt deshalb als Überraschung und als Erfolg des progressiven Parteiflügels.
Die Kandidatinnen
Ashley Moody
Ashley Moody gehört bereits seit vielen Jahren zu den bekanntesten republikanischen Politikerinnen Floridas. Die Juristin arbeitete zunächst als Anwältin und anschließend als Bundesstaatsanwältin. 2006 wurde sie im Alter von 31 Jahren zur Richterin am Circuit Court von Hillsborough County gewählt und war damals die jüngste Richterin Floridas.
2018 gewann Moody erstmals die Wahl zur Attorney General von Florida. Damals setzte sie sich mit 52,1 zu 46,1 Prozent gegen den Demokraten Sean Shaw durch. Vier Jahre später wurde sie mit deutlich größerem Vorsprung wiedergewählt: 2022 erhielt Moody 60,6 Prozent der Stimmen. Anfang 2025 wechselte sie schließlich in den US-Senat.
Politische Schwerpunkte
Moody präsentiert sich als konservative Unterstützerin der Politik Donald Trumps. Zu ihren Schwerpunkten gehören insbesondere innere Sicherheit und Strafverfolgung, eine restriktive Einwanderungspolitik, nationale Sicherheit sowie wirtschafts- und gesellschaftspolitisch konservative Positionen. Ihre Kampagne beschreibt sie ausdrücklich als Unterstützerin einer „America First“-Agenda.
Ihre politische Biografie ist ungewöhnlich breit: Moody war bereits Richterin, Bundesstaatsanwältin, zweimal gewählte Attorney General und ist nun amtierende US-Senatorin. Anders als viele ernannte Senatoren verfügt sie deshalb bereits über Erfahrung aus mehreren landesweiten Wahlkämpfen.
Angie Nixon
Angie Nixon stammt aus Jacksonville und sitzt seit 2020 im Repräsentantenhaus von Florida. Sie studierte Politikwissenschaft an der University of Florida und arbeitete unter anderem als Gewerkschafts- und Community-Organisatorin. Vor ihrer Zeit im Parlament leitete sie die Organisation Florida for All, die sich unter anderem mit Wählerregistrierung und politischer Mobilisierung beschäftigte.
Bereits ihr Einstieg in die Landespolitik gelang durch einen bemerkenswerten Vorwahlsieg: 2020 besiegte Nixon die demokratische Amtsinhaberin Kimberly Daniels mit 59,8 zu 40,2 Prozent. Seitdem vertritt sie einen Wahlkreis im Raum Jacksonville im Parlament Floridas.
Politische Schwerpunkte
Nixon gehört zum deutlich progressiveren Flügel der Demokratischen Partei und ist Mitglied der Democratic Socialists of America, betont allerdings, nicht mit allen Positionen der Organisation übereinzustimmen. Im Mittelpunkt ihres Senatswahlkampfs steht vor allem die Bezahlbarkeit des Lebens in Florida.
Sie fordert unter anderem Medicare for All, eine stärkere öffentliche Kinderbetreuung, höhere Löhne und stärkere Gewerkschaften, umfangreichere staatliche Maßnahmen gegen steigende Wohnkosten sowie höhere Steuern für Milliardäre. Darüber hinaus setzt sie sich für das Recht auf Abtreibung und weitreichende Änderungen der Einwanderungspolitik ein.
Damit treten in Florida zwei Kandidatinnen gegeneinander an, deren politische Profile ungewöhnlich weit auseinanderliegen: Moody vertritt einen ausgeprägt konservativen und Trump-nahen Kurs, Nixon einen ausgesprochen progressiven wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Ansatz.
Was macht das Rennen besonders?
Florida verbindet 2026 mehrere ungewöhnliche Faktoren miteinander. Die republikanische Kandidatin ist zwar amtierende Senatorin, hat dieses Mandat aber bislang nicht durch eine Wahl gewonnen. Ihre demokratische Herausforderin wiederum setzte sich überraschend gegen einen deutlich bekannteren und finanzstärkeren Vorwahlgegner durch.
Gleichzeitig treffen zwei gegenläufige Entwicklungen aufeinander: National ist das Umfeld für die Republikaner schwierig, Florida selbst hat sich in den vergangenen Wahlzyklen jedoch deutlich in republikanische Richtung entwickelt.
Genau dieses Spannungsverhältnis spiegelt sich bislang in den Umfragen wider. Die Demokraten liegen erheblich näher an den Republikanern als bei den jüngsten landesweiten Wahlergebnissen 2022 und 2024. Gleichzeitig konnte Nixon in den von US-Wahl.de erfassten Umfragen bislang kein einziges Mal eine Führung erreichen.
Deshalb stufe ich Florida rund 10 Tage vor der Wahl mit Tendenz Republikaner ein.
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